Gemeinde Raeren: „Windenergie bietet sich für unser Gebiet an“

Die Gemeinde Raeren möchte klimafreundlicher werden und auf ihrem Gebiet Windräder aufstellen. Die definitive Entscheidung für oder gegen den Windpark steht noch aus, dennoch gibt es bereits Gegenwind.

Bild: Chantal Scheuren/BRF

An der Vennstraße zwischen dem Vennkreuz und Petergensfeld könnte ein Windpark entstehen (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

In der Nähe von Raeren könnte ein Windpark entstehen – jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Gemeinde geht. Sie hat ein Waldgebiet an der Vennstraße zwischen dem Vennkreuz und Petergensfeld ins Auge gefasst.

Für Raerens Bürgermeister Erwin Güsting ist es der ideale Standort. „Es ist erträglich und es ist windtechnisch hoch effizient hier oben. Auf dem Kopf von Petergensfeld sind die Windverhältnisse so, dass es wirtschaftlich eine gute Sache ist und für den Bürger unserer Meinung nach erträglich in puncto Nähe zu den Wohngebieten.“

In Belgien müssen 200 Meter hohe Windräder mindestens 800 Meter von den nächsten Wohnhäusern entfernt sein. Raeren möchte über die gesetzliche Bestimmung hinausgehen und die Windräder mindestens einen Kilometer von den ersten Häusern entfernt aufstellen.

Für die Tiere, die im Wald leben, bestehe keine Gefahr, sagt Güsting. „Die neue Generation von Windrädern, die wir gerne hier sehen würden, sind über 200 Meter hoch. Die Rotorblätter drehen 30 Meter über den Baumwipfeln, sodass die Tierwelt schadlos dort drunter weiter leben kann.“

Die Zukunft liegt für Güsting in den erneuerbaren Energien. Da trifft es sich gut, dass man den Wind quasi vor der Haustür hat. „Die Windenergie ist eine der Energien, die sich für uns in unserem Gebiet anbieten. Wir hoffen, einen Teil dazu beizutragen, dass die uralten Atomkraftwerke in Tihange abgeschaltet werden, und dass dem monströsen Kohleabbau direkt hier hinter der Grenze in Nordrhein-Westfalen ein Ende gesetzt wird.“

Raerens Bürgermeister Erwin Güsting und Schöffe Ulrich Deller (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Raerens Bürgermeister Erwin Güsting und Schöffe Ulrich Deller (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Der Windpark soll gut für die Umwelt und die Bürger sein. Auch finanziell sollen die Windräder sich auszahlen: „Wenn wir einen Windpark errichten, werden wir auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Bürger sich direkt beteiligen können“, erklärt Umweltschöffe Ulrich Deller. „Mit bestimmten Beträgen, wie 5.000 Euro, können sie sich einkaufen und bekommen die entsprechenden Tantiemen direkt und müssen nicht nur aushalten, dass es ein Windrad gibt.“

In trockenen Tüchern ist das Windkraftprojekt noch nicht. Der zuständige Schöffe gibt sich zuversichtlich und guten Argumenten gegenüber aufgeschlossen. „Wir kalkulieren mit zwei bis sechs Windrädern. Es kann aber auch sein, dass es gar keins gibt. Das ist wirklich ergebnisoffen. Wir wollen mit den Bürgern zusammen diesen Prozess angehen.“

Ein Austausch mit den Bürgern ist geplant. Das könnte eine gute Gelegenheit sein, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Gedenkkreuz an der Vennstraße zwischen Petergensfeld und Vennkreuz (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Bild: Chantal Scheuren/BRF

Chantal Scheuren

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17 Kommentare
  1. Damien Francois

    Tu quoque fili? Auch Raeren wird also die Landschaft und die Zugvögel zerstören. Stimmt, Roetgen und co. machen es vor – die neo-deutsche Vernunft…
    Bravo, es nennt sich Fortschritt! Verbraucht weniger Strom, weniger Maschinen, das ist gut für den Planeten, die Tiere und nicht zuletzt auch die Menschen! Manchmal können die Dinge so einfach sein, nicht?

  2. Wahl, Joachim

    Was stellt das Kreuz dar? Die Beerdigung des menschlichen Verstandes?

  3. PIEL HUBERT

    Betrifft Windraeder Vennkreuz Gemeine Raeren
    Berechnung vom B M Guesting.
    Nach Adam Riese sind die Baeume im Raerener Wald
    gut 100 Meter Hoch. Ich kenne den Raerener Wald ganz gut aber bisher habe ich noch nicht im Schatten eines solchen Baume gelegen.

  4. Guido Scholzen

    „Windenergie bietet sich für unser Gebiet an“
    „…einen Teil dazu beizutragen, dass die uralten Atomkraftwerke in Tihange abgeschaltet werden…“ 😀

    und was ,wenn der Wind mal nicht bläst? (und meistens nicht genug!)
    Mit was wollt ihr dann grundlastfähig werden?
    Wollt ihr Tihange dann noch immer abschalten?
    Seid froh, dass es Tihange gibt. Ohne Kernkraft gehen die Lichter aus, und mit Windkraft bleibt es dunkel.

  5. LEMMENS Jacques

    Ich kann es kaum glauben, dass hier kommentierende Leser über die Planung von Solar- oder Windkraftanlagen urteilen wollen, sich aber nicht mal Sachkundig gemacht haben.
    Es bläst nicht dauernd genügend Wind und genügend Sonneneinstrahlung gibt es auch nicht
    immer zu den Zeiten an denen dies der jeweilige Strombedarf fordert.
    Hierfür kann jedoch intelligentes Stromverbrauchs-Management von den Verbrauchern betrieben werden und nur dann grosse Verbraucher, wie Waschmaschine, Trockenmaschine, Warmwasserbereitung usw. überwiegend an den Sonnen- und Wind starken-Stunden einschalten.
    Jede Einsparung an primären Ressourcen sollte ein Gebot für jeden Bürger sein.
    Für die Grundlastversorgung müssen zur Zeit leider noch Kernkraftwerke herhalten, solange diese nicht zu alt sind und ein zu großes Risiko darstellt.
    Als Raerener Bürger können wir uns nur darüber freuen, dass unser Gemeindevorstand weitsichtig plant und die Zukunft unserer Energieversorgung nicht nur den Anderen überlässt.

  6. Wahl, Joachim

    „…erträglich, effizient, erträglich…“ Hätte mal gerne Zahlen von den Herren Güsting und Geller gehört, womit sie solch ein Projekt rechtfertigen. „Grünes Gelaber“ allein hilft nicht. 3,1 GW von Tihange, 10 GW von Rheinbraun. Einfach abschalten; das übernehmen dann die Windpropeller aus Raeren ganz leicht. Damit „nimmt“ man Kritikern den „Wind aus den Segeln“. Da lachen ja die Hühner.
    Und für was gibt es 5000 Euro? Zum „Aushalten“ von was? Bekommen die Milane denn auch Abstandsprämie oder gibt es für die 2 Hänsels nur am Boden kriechendes Getier, was „schadlos überleben“ kann. Unerträglich…

  7. Marcel scholzen eimerscheid

    So eine Windkraftanlage waere eine gute Sache im Verbund mit einem anderen Kraftwerk vor Ort(Gas, Kohle, etc), damit immer Strom da ist, wenn welcher gebraucht. So koennte man auch unabhaengig werden.

  8. Peter Schallenberg

    Von Verbrauchern zu betreibendes intelligentes Stromverbrauchs-Management klingt ja zunächst einmal fachkundig und vernünftig- und stellt sich dann als Empfehlung/ Gebot/ Vorschrift heraus, wer und wann Strom verbrauchen darf/ soll/ kann/ muss.

    Und wer kontrolliert das? Und komisch, aber da fällt mir doch automatisch der hier gegen meinen Willen installierte neue Stromzähler ein, der so intelligent und „smart“ sein will oder soll. Gibt es da irgendwelche Zusammenhänge?

  9. Wahl, Joachim

    Sehr geehrter Herr Schallenberg, wie kommen Sie darauf, dass ein „smart grid“ vom Verbraucher kontrolliert wird? Das ist absolut nicht der Fall. Da bestimmen andere, wann Sie Ihre Wäsche waschen und wann nicht. Dieser Unfug ist Planwirtschaft und Öko-Kommunismus. Waren sie schon mal in Ländern, wo so etwas zur Tagesordnung gehört, dass der Strom ausfällt? Wer hat denn Vorrang, wenn der Strom knapp ist? Haben sie schon mal daran gedacht, dass es Systeme gibt, die immer Strom benötigen? Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, Kühlung für Lebensmittel, Flughäfen, Leitsysteme, Internet, etc., etc.? Wahrscheinlich nicht.

  10. Boris Gennen

    @M. Scholzen
    Meinen sie das mit dem „Kohlekraftwerk vor Ort“ jetzt ernst oder ist dies wieder einer ihrer berüchtigten Satirebeiträge?
    Falls sie es immer noch nicht verstanden haben sollten: bei der Energiewende geht es vor allem mittelfristig darum, Kraftwerke abzuschalten, deren Betrieb mit zu hohen Risiken (Atomenergie) oder mit zu großer Umweltbelastung (Kohle) verbunden ist.
    Dass eine Gemeinde, die einen Beitrag hierzu leisten will, in ein Kohle- oder Gaskraftwerk investieren soll, ist ein schlechter Witz Herr Scholzen, der nur ihre Unwissenheit verdeutlicht.
    Einen Beitrag zur Energieautarkie könnte jedoch ein Biomassekraftwerk und eine kommunale Photovoltaikanlage liefern.
    Hinsetzen M. Scholzen. Thema verfehlt.

  11. Marcel scholzen eimerscheid

    Gibt es in der DG ueberhaupt genug Biomasse, um damit autark Strom zu produzieren ?

    Bei Biomasse allgemein besteht die Gefahr, dass Ackerflaechen nicht mehr fuer die Nahrungsmittelerzeugung zur Verfuegung stehen. So kann Biomasse auch mitverantwortlich sein fuer den Hunger in der Welt.

  12. Guido Scholzen

    Ostbelgiens alternative Energien:

    Vor einigen Jahren war ich auch mal auf ner Versammlung über Energie in der DG. Damals war Lambertz noch MP und man diskutierte im Sinne der Energiewende, kein Quatsch, über die „Umsetzung der Energie-Autarkie der DG“.
    Was ist das für ein Blödsinn? Weder marktwirtschaft noch gesellschaftlich noch technisch macht eine DG-Autarkie in Sachen Energie (Strom) einen Sinn.
    In Großkraftwerken (Kohlekraft und Kernenergie) lässt sich Strom am besten und günstigsten herstellen, und fast gesamt Europa ist durch ein Verbundsnetz miteinander verbunden. Allein schon die Existenz eines europäischen Verbundnetzes führt die Idee einer regionalen Autarkie ad adsurdum.
    Autarkie der DG? Wollen die auch Autarkie in Sachen Automobil, Handy, Holz oder Kondome? Diese Traumtänzer sind noch nicht mals fähig für ne Autarkie in Sachen Finanzen.😁
    Eine Strom-Autarkie bedeutet eine regionale Grundlastfähigkeit, und diese Voraussetzungen kann mit alternativen Energien niemals erreicht werden.

    Eines bleibt immer auf der Strecke: Die Realität und der Geldbeutel des Stromverbrauchers.

  13. Alexander Hezel

    „Niemals“ sagen vor allem diejenigen, die weder Vision noch Aspiration haben. „Niemals“ hätte man gedacht, dass der Mensch die Meere überquert, in einem Flugzeug fliegt, auf dem Mond landet, die eigene DNA entziffert, Menschen überall auf der Welt per Internet miteinander verbindet. „Niemals“…

    Sie leben in der gedanklichen Steinzeit Herr Scholzen. Und kommen sie nicht mit ihrem abgedroschenen „Realismus“, der nur eine Maskerade für „ich will, dass alles so bleibt“ ist.

  14. Wahl, Joachim

    Sie haben recht, Herr Hezel. Alle die von Ihnen aufgezeigten Möglichkeiten halten sich allerdings an physikalische und mathematische Gesetze und funktionieren deshalb. Glaube oder Visionen reichen nicht, um konventionelle Kraftwerke abzuschalten und durch unstetige AE’s zu ersetzen. Das grenzt an „fachliche“ Steinzeit. Wenn Herr Scholzen sagt, Dinge können so bleiben, meint er, warum man eine sichere Stromversorgung wegen irgendwelcher Öko- und Klimaspinnereien aufs Spiel setzen sollte. Rechnen Sie doch mal vor, wieviele Windmühlen Tihange ersetzen müssen; das ist gar nicht schwer! Hilfestellung: Tihange hat eine elektrische Leistung von 3.100 MW.

  15. Alexander Hezel

    Herr Wahl, auch „Ökostrom“ hält sich an physikalische und mathematische Gesetze, sonst würde Strom nicht funktionieren – wer hätte das gedacht?

    Falls es ihnen entgangen ist, und auf die Gefahr hin, ihren „Glauben“ zu erschüttern: Bereits am Neujahrstag 2018 wurde ganz (!) Deutschland zu 100% mit ihrem scheinbar „unstetigen“ Ökostrom versorgt… Sicherlich ein Ereignis, bei dem viele Faktoren mitspielen, aber es zeigt: es ist möglich und mann muss noch nicht einmal dran „glauben“. Kleine Hilfestellung: Es funktioniert.

  16. Edgar Fink

    Sehr geehrter Herr Hezel, sie weichen der Realität geschickt aus. Ein Tag hat 24 Stunden. Woher nehmen sie die Behauptung, dass ganz Deutschland am Neujahrstag (also während 24 Stunden) mit Ökostrom versorgt wurde? Oder sehen sie als Tag nur den Zeitraum von Sonnaufgang bis Sonnenuntergang? Und wie war es z.B. am 31.12 und 01.01.? Mussten da vielleicht wieder Kohlekraftwerke und ausländische Atomkraftwerke herhalten, um die BRD mit genügend Energie zu versorgen?

  17. Alexander Hezel

    Herr Fink, Schlaumeier wie Sie und die ‚Schulze und Schultze‘ et al. und Wahl-weise auch andere fahren immer die gleiche Taktik: Hauptsache ablenken und nicht auf Fakten eingehen.

    Ja, ganz Deutschland wurde am Neujahrstag 2018 zu 100% mit Ökostrom versorgt – bestätigt von der Bundesnetzagentur.

    Und noch etwas bezüglich 2018: in diesem Jahr betraf der Anteil an Ökostrom in Deutschland erstmals 40%!
    Ja, es funktioniert.

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