Claudia Niessen beschreibt Umzug ins neue Stadthaus als Meilenstein

Claudia Niessen ist seit einem Jahr Bürgermeisterin von Eupen. 2019 war geprägt vom Einzug in das neue Stadthaus und der Inbetriebnahme des neuen Wetzlarbades. Im Bürgermeistergespräch beschreibt Claudia Niessen, wie sie die Arbeit im Stadtrat erlebt und welche Themen ihr wichtig sind.

Claudia Niessen (Bild: Julien Claessen/BRF)

Claudia Niessen (Bild: Julien Claessen/BRF)

Die Arbeit im Stadtrat empfindet Claudia Niessen als positiv. Die Stimmung sei konstruktiv, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gebe. Die Bürgermeisterin schätzt, dass rund 90 Prozent der Beschlüsse einstimmig getroffen werden. Sie versuche, auf Argumente und Positionen einzugehen.

Die Stadtverwaltung ist 2019 ins neue Stadthaus umgezogen. Dadurch habe sich viel verändert. Für Claudia Niessen war der Umzug ein Meilenstein für das Arbeitsklima der Mitarbeiter und den Empfang der Bevölkerung. Es gebe mehr Diskretion und mehr Raum, um beispielsweise Pläne im Städtebau einzusehen.

Claudia Niessen räumt ein, dass einige Dinge am Wetzlarbad verbesserungswürdig waren und immer noch sind. Es hat kleine und größere Pannen gegeben – darunter auch Kinderkrankheiten, die bei jedem Bau vorkommen. Man sei jetzt auf einem guten Weg und das Management werde Dinge ändern. Die Besucher dürfen demnächst ein Picknick mit ins Bad nehmen.

2019 sei ein Lernjahr gewesen. In den Augen der Bürgermeisterin kann Eupen stolz sein, ein Außenschwimmbad und ein großes Freizeitschwimmbad zu haben. In der Wallonie und in Deutschland werden jede Menge Schwimmbäder geschlossen. In Eupen wurde das Wetzlarbad für die Stadt, mit ihren 20.000 Einwohnern, und das Umland errichtet.

In puncto Mobilität habe Eupen keine Wahl: Die nachhaltige Mobilität müsse gefördert werden. Der Bushof wird 2020 neu gestaltet und Fuß- und Radwege werden mit Trittsteinen vervollständigt. Außerdem möchte der Stadtrat stärker im Bereich der Schulmobilität agieren.

Bei den großen Achsen müsse man mit der Regionalen Straßenbauverwaltung zusammenarbeiten. Die Gespräche verliefen zurzeit positiv. Es sei angedacht, die Achse Aachener Straße in Kettenis teilweise zu erneuern. Der Schwerpunkt liege auf der Sicherheit der Fuß- und Fahrradverbindungen.

In den vergangenen 70 Jahren sei die Mobilität auf das Auto ausgerichtet gewesen. Jetzt müsse die Sicherheit der Fuß- und Fahrradfahrer gestärkt werden.

Die Stadt Eupen kauft das König-Baudouin-Stadion auf Schönefeld. Sie möchte die Leichtathletikstruktur und die Fußballaktivitäten ausbauen. Der Breitensport soll mehr Platz erhalten.

Für Claudia Niessen ist die Fusion der sozialen Wohnungsbaugesellschaft Eifel mit dem, was von Nosbau übrig bleiben wird, ein großes Thema. In den nächsten Monaten werde der Fokus auf der Gestaltung der Zusammenarbeit liegen.

Die Müllvermeidung und die Kompostierung sind wichtige Ziele der Bürgermeisterin. Mülltrennung liege in den Händen von Intradel. Eupen habe aber einen eigenen Wertstoffhof mit eigenen Kräften. In 2019 wurden kleinere Kompoststellen in Stadtvierteln eingerichtet.

Eupen ist die größte Gemeinde in Ostbelgien und hat eine Zentrumsfunktion. Daher die hohe Anzahl an Menschen, die Sozialhilfe oder ein Eingliederungseinkommen beziehen. Die Menschen sind im Stadtzentrum weniger auf ein Auto angewiesen und können viele Dienstleistungen fußläufig erreichen.

Eupen müsse sich mit anderen Städten in seiner Größenordnung und Funktion vergleichen. In diesem Vergleich leben in Eupen, so Claudia Niessen, überproportional viele Menschen mit einem Eingliederungseinkommen. Das sei auf lange Sicht nicht tragbar, erklärt die Bürgermeisterin.

Chantal Scheuren

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