Ostbelgistan Daily: Ostbelgisches Satiremagazin im Netz

Eine neue Studie belegt: Der Weg von Eupen in die Eifel ist länger als der von dort nach Eupen zurück. Außerdem gibt es handfeste Indizien, dass Ex-Bayern-München-Chef Uli Höneß und DG-Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz dieselbe Person sind. Diese und weitere Fake News stammen aus der Feder von Michael Klütgens. Er ist seit nun einem Monat mit seinem Satiremagazin Ostbelgistan Daily im Netz zu finden.

Michael Klütgens steckt hinter "Ostbelgistan Daily" (Bild: Sarah Dederichs/BRF)

Michael Klütgens steckt hinter "Ostbelgistan Daily" (Bild: Sarah Dederichs/BRF)

Zu Besuch bei Michael Klütgens, dem Gesicht hinter Ostbelgistan Daily. Das Satireblatt nimmt die lokale Politik und Gesellschaft auf die Schippe. Produktion und Redaktion erstrecken sich quasi über die gesamte Wohnung. Im Wohnzimmer hängt der Wochenplan. Es wird genau geplant, was wann ansteht.

Denn Michael ist nebenbei auch noch berufstätig. „Ich arbeite 38 Stunden jede Woche und wenn man nach Hause kommt, muss man  Prioritäten setzen. Erst wird gegessen, dann wird geschrieben. Ich schreibe, erstelle die Grafiken und wenn das bis acht Uhr fertig ist, dann habe ich noch etwas vom Abend. Wenn es bis mitten in die Nacht dauert, dann ist das die Entscheidung, die man treffen muss, wenn man es richtig machen will.“

Dazu gehört auch eine genaue Themenauswahl. Für Michael ist es wichtig, den Puls der Zeit zu treffen „Generell nehme ich Themen, die allgemein ein bisschen in der Gesellschaft besprochen werden. Das sind teilweise Dinge wie ‚Tihange abschalten‘. Das ist bei uns ein Thema, das ist auch in Aachen ein Thema.“

„Und dann arbeite ich nach dem Prinzip ‚Was wäre die bestmögliche Idee mit der schlechtmöglichsten Umsetzung?‘. Und das heißt eben im Falle Tihange: Abschalten, aber dann sprengen. Und daraus wird dann eine Geschichte gemacht, die komplett fiktiv und sinnlos ist aber auch irgendwie albern genug ist, dass man darüber lachen könnte.“

Im Arbeitszimmer werden die einzelnen Beiträge genauer geplant und produziert. Das Material? Ein Whiteboard, unzählige Klebezettel und natürlich das Herzstück: der Computer. Nachdem Titel, Story und Bilder geklärt sind, geht es in die Produktion. Dabei werden sowohl die grafischen Inhalte als auch Texte eigens erstellt und die verschiedenen Sozialen Netzwerke bespielt.

Von Standup-Comedy zur Satire

Zur Satire ist Michael über die Comedy gekommen. In Schottland hat er vor einigen Jahren mit Standup-Comedy angefangen und vor einem Monat ist dann sein Satiremagazin online gegangen.

An die zündende Idee dafür kann sich Michael noch gut erinnern: „ein sehr schönes Foto aus dem Ministerium, wo neben dem Ministerpräsident 17 Mal das Logo von Ostbelgien zu sehen war. Da habe ich beschlossen, dass ich meine eigene Marke für meine Satire mache, nämlich ‚Ostbelgistan‘. Und auf der anderen Seite ‚Daily‘, das ist die Anspielung auf Ostbelgien Direkt.“

Satire spielt für Michael ein zentrale Rolle in einer modernen Medienlandschaft. „Ich bin damit aufgewachsen und habe auch in meinem Studium immer daran geglaubt, dass die Satire die fünfte Gewalt ist. Neben der Exekutive, Legislative, Judikative und halt den Medien. Und eben in dieser Funktion als fünfte Gewalt kontrolliert man nicht nur die Politiker, sondern auch die anderen Medien. Das heißt, man ist für sich in einer Ecke und kommentiert.“

„Satire ist nicht immer die konstruktivste Art der Meinungsgestaltung, aber ich glaube, dass Satire auch teilweise die Aufgabe hat, mal unkonstruktiv einen Kommentar zu bringen, der aber alle daran erinnert, was eigentlich das Problem an der Sache ist.“ Für die Zukunft plant Michael Klütgens weitere Projekte mit Ostbelgistan Daily. Unter anderem mit satirischen Videoreportagen auf YouTube.

Sarah Dederichs

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3 Kommentare
  1. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Satire darf alles und ist wichtig in der Demokratie. Man muss die Wichtigen und Maechtigen und deren Handeln und Denken ab und zu auf die Schippe nehmen. Hauptsache unterhaltsam.

  2. Peer van Daalen

    Satire ????? Das war doch mal was zum lachen. Oder?

    Ich hab da mal reingeschaut und über mehr als ein gequältes Schmunzeln bin ich nicht hinaus gekommen …

    Satire und Unterhaltsamkeit gehen anders! Aber zuviel Zeit hat Herr Michael Klütgens ja offenbar.

    Peer

  3. Kurt Helmer

    Achtung, Achtung, lieber Marcel!
    Beim Herausgeber von „Ostbelgistan Daily“ handelt es sich um einen – deiner Beurteilung nach – „Öko-Marxisten“ und „links-grün versifften Klimaschützer“. Möglicherweise auch um einen „Öko-Dschihadisten“ und „Greta-Supporter“. Wer weiß?
    Bevor du Herrn Klütgens also zu sehr lobst, du lobst ein ehemaliges ECOLO-Präsidiumsmitglied.
    Satire ist nicht gleich Satire.
    M. Klütgens hat Talent. Andere eher nicht.
    „Hol 2“, und Satire ist gesund.
    Prima Initiative M. Klütgens!

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