Klosterauflösung: Ordensfrauen verlassen Karmel in Bütgenbach

Der Karmel in Bütgenbach gehört bald der Vergangenheit an. 70 Jahre nach seiner Gründung wird das Kloster Ende des Monats aufgelöst.

Franziskanerinnen verlassen Karmel in Bütgenbach (Bild: Michaela Brück/BRF)

Bild: Michaela Brück/BRF

1985 hatten die „Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“ das Haus von den Karmelitinnen übernommen und dort ein religiöses Zentrum geführt, das für viele Menschen in der Eifel eine Anlaufstelle war.

Zuletzt lebten noch fünf Schwestern im Karmel. In einem Dankgottesdienst wurden die Ordensfrauen am Samstag von der Bevölkerung verabschiedet.

Die 82-jährige Schwester Emiliana war bis zuletzt Koordinatorin im Karmel: „Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat, und jeder froh und zufrieden war. Für mich ist es eine wirkliche Erleichterung, aber der Tag war schon schwer. Das war schon nicht einfach.“

Während des Gottesdienstes gab es viele Dankesworte und reichlich Wertschätzung. Doch Schwester Emiliana gibt den Dank lieber zurück: „Wir sind der Bevölkerung sehr dankbar. Wir haben so viel Schönes erfahren von den Leuten aus der Gegend. Am Freitagnachmittag ist einer nach dem anderen gekommen, um Auf Wiedersehen zu sagen, und wenn es mit einer Rose war. Ich habe das wunderschön gefunden.“

Das Karmel war jahrzehntelang eine wichtige Anlaufstelle für die kleinen und großen Sorgen der Bütgenbacher Bevölkerung, erklärt Emiliana: „Es gab immer ein offenes Ohr für egal welches Problem. Man musste sich nur ein klein wenig Zeit nehmen, und hatte dann wunderbare Gespräche. Ich glaube deshalb haben wir uns auch so gut mit der Bevölkerung verstanden.“

Pastor Lothar Klinges hatte während des Gottesdienstes gesagt, der Weggang der Ordensfrauen werde eine großes Loch hinterlassen. Auch für Schwester Emiliana braucht es heute mehr denn je eine solche Ansprache und Gastfreundschaft, ein Aufgenommenwerden: „Das fehlt uns allen. Der Jugend und auch den älteren Menschen. Viele wissen manchmal nicht, wohin sie mit gewissen Problemen gehen sollen. Und hier ging nichts aus dem Haus raus, nichts gelangte in die Bevölkerung. Auch das ist sehr wichtig.“

Es bleiben nur noch wenige Tage, bis sich die Klostertüre zum letzten Mal schließt. Für die fünf Ordensfrauen ist aber gesorgt. Sie werden ins Mutterhaus, ins „Klösterchen“ nach Eupen ziehen.

Michaela Brück

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Ein Kommentar
  1. Johan Vercarre

    Das tut mir & anderen Gläubigen sehr sehr leid. Hoffentlich nimmt jedoch eine oder andere junge Ordensgemeinschaft das Kloster über…

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