Dr. Vermöhlen zu Eifelhöhen-Klinik: Größter Fehler war der stetige Personalabbau

Die Ereignisse um die Eifelhöhen-Klinik in Marmagen hat über die Grenzen hinweg Aufmerksamkeit erregt: Zunächst die Schließung der Klinik wegen gravierender Hygiene-Mängel, dann ein Insolvenzantrag der Geschäftsführung und nun der Versuch des Insolvenzverwalters, die private Reha-Klinik mit 300 Beschäftigten zu erhalten.

Mit besonderer Anteilnahme beobachtet der Eifeler Arzt Dr. Karl Vermöhlen die Entwicklung. Er leitet die Rehabilitationsabteilung des St. Vither Krankenhauses. Zuvor war er 21 Jahre an der Reha-Klinik in Marmagen tätig, wo er auch die Arbeitnehmer im Betriebsrat vertrat.

„Ich bin vor elf Jahren dort weg gegangen, weil ich befürchtete, dass sich Entwicklungen einstellen könnten, die letztlich da geendet haben, wo sie heute sind“, erklärt Vermöhlen im BRF-Interview. „Prinzipiell glaube ich, dass wir in Marmagen immer tolles Personal hatten. Und ich glaube auch, dass da heute noch tolles Personal ist. Das sieht man auch daran, dass die Kollegen weiter arbeiten, obwohl sie keine Gehälter gekriegt haben. Sie sind hochmotiviert und strengen sich an, etwas für die Menschen zu machen.“

Die andere Seite sei jedoch die Geschäftsphilosophie der Klinik in Marmagen. „Die Geschäftsphilosophie ist meiner Sicht die Ursache dafür, dass die Klinik heute da steht, wo sie steht.“

Zu den größten Fehlern zählt Vermöhlen den stetigen Personalabbau – „und das in einem Bereich, der maßgeblich von Qualität der Therapie, Pflege und Medizin abhängt“, so Vermöhlen. „Und wenn man immer weniger Personal hat, dann können noch so engagierte oder qualifizierte Menschen es nicht mehr ‚wuppen‘. Denn neben Qualifikation und Motivation spielt auch die Zahl der Beschäftigten eine große Rolle – und die ist kontinuierlich reduziert worden.“

Reha-Klinik in Marmagen soll fortgeführt werden

mb/mg

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