Reha-Klinik in Marmagen soll fortgeführt werden

Die Eifelhöhen-Klinik in Marmagen soll fortgeführt werden. Nach der Schließungsanordnung soll der Betrieb stabilisiert werden, teilte der Insolvenzverwalter am Dienstag mit. Wegen massiver Hygienemängel hatte die Bezirksregierung Köln vergangene Woche die vorläufige Schließung der Reha-Klinik angeordnet.

Verschmutzte Trinkwasserbehälter, falsch gelagerte Medikamente, falscher Einsatz von Wundauflagen, Pflastern, Operations- und Beatmungsprodukten, ungenügende Desinfizierung von Flächen und Händen: Gravierend sind die Hygienemängel, die das Gesundheitsamt in der Eifelhöhen-Klinik Marmagen festgestellt hat. Die Bezirksregierung hatte deshalb angeordnet, die Klinik unverzüglich zu schließen.

Die Geschäftsführung hatte daraufhin die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Sie habe nach der Schließungsanordnung keine positive Prognose für die Fortführung des Betriebs gesehen, teilte der Insolvenzverwalter am Dienstag im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung mit.

300 Menschen sind in der Klinik in Marmagen beschäftigt. Eine wesentliche Ursache für die aktuellen Probleme sei die personelle Unterbesetzung gewesen, stellte der Verwaltungsleiter der Klinik fest. Das hatte auch der Betriebsratsvorsitzende betont. Mitarbeiter hätten wegen der Überlastung gekündigt, andere seien langfristig krank geworden, was die Problematik verschärft habe.

Auch die Gewerkschaft Ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen die langjährige Unternehmenspolitik. Sie wirft der Geschäftsführung Gewinnsucht und Versagen vor. Bei der Einrichtung habe es einen Investitionsstau gegeben, notwendige Instandhaltungsmaßnahmen seien nie erfolgt. Das Gebäude ist rund 50 Jahre alt. Die Patientenzimmer hätten dringend renoviert werden müssen, sagt der Betriebsrat. Und auch das Personal stieß an seine Grenzen: In den vergangenen Wochen sind viele Pflegefachkräfte abgewandert, nach Angaben des Betriebsrates vor allem wegen Überlastung.

Eine entscheidende Maßnahme zur Behebung zahlreicher Probleme sei die Erhöhung des Personalschlüssels, so der Insolvenzverwalter am Dienstag. Die Löhne für die Mitarbeiter, die schon im Oktober kein Geld mehr bekommen haben, sind erstmal für drei Monate gesichert.

Die Hygieneprobleme würden mit einem Experten des Uni-Klinikums Bonn angegangen. Außerdem werde nach Lösungen gesucht, den Betrieb kurzfristig wieder aufzunehmen.

Zuletzt waren noch 90 Patienten in der Klinik. Die Reha-Klinik in Marmagen ist auf die Bereiche Neurologie, Orthopädie und Innere Medizin spezialisiert. Auch Patienten aus Ostbelgien lassen sich dort behandeln.

Michaela Brück

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