Outsourcing: Wie sich das Militärlager Elsenborn neu erfindet

Das Militärlager in Elsenborn hat seit letzter Woche einen neuen Kommandanten. Doch viel einschneidender war in den letzten Monaten die Auslagerung von zahlreichen Aktivitäten. Outsourcing lautet zurzeit das Zauberwort beim belgischen Militär. Neu ist das Konzept in vielen Kasernen nicht. Nur wird es zurzeit viel konsequenter umgesetzt.

Soldaten im Militärlager Elsenborn / Bild: Stephan Pesch (BRF)

Archivbild: Stephan Pesch/BRF

Das belgische Militär hat Nachwuchssorgen. Viele Soldaten gehen schon bald in Rente. Und deshalb sollen sich die belgischen Streitkräfte aufs Wesentliche konzentrieren, sagt Oberst Geert Bouchez.

„Outsourcing ist für uns wichtig, weil wir in den kommenden Jahren 10.000 neue Mitarbeiter suchen und viel Personal in Rente geht. Neue Rekruten sollen sich auf militärische Einsätze konzentrieren. Deshalb lagern wir gewissen Aktivitäten aus, die früher vor allem ältere Soldaten übernommen haben“, so Bouchez.

Outgesourct wird in Elsenborn schon lange. Aber da ging es ums Putzen oder die Rasenpflege. Jetzt ist die öffentlich-private Zusammenarbeit auf eine ganz neue Ebene gebracht worden.

Seit August übernimmt das Unternehmen Sodexo die Verpflegung, aber auch den Unterhalt der Infrastruktur. Dazu zählt zum Beispiel auch die Wartung der Schießstände. 39 Mitarbeiter übernehmen die Arbeit, die zuvor von 72 Soldaten verrichtet wurden. Bei jährlichen Kosten von fünf Millionen Euro werden die Einsparungen auf zehn Prozent geschätzt.

„Für uns ist das eine große Herausforderung“, sagt Eric Jeunhomme aus Lüttich, der verantwortliche Sodexo-Manager im Lager Elsenborn. „Es geht um einen Zehnjahresvertrag, der jedes Jahr erneuert wird. Wir sind einer der weltweit größten Arbeitgeber und sehr aktiv in öffentlich-privaten Partnerschaften.“

80 Prozent aus der Region

„Aber der Auftrag und die Lage des Lagers sind schon etwas besonderes. Es ist ein Trainingslager mit spezifischem Charakter in einer Region mit niedriger Arbeitslosigkeit.“ Dennoch habe Sodexo es geschafft, dass vier von fünf Mitarbeitern aus der Region stammen. Alle wurden vom Militär gescreent.

Und es ist noch nicht Schluss mit der Übertragung von Dienstleistungen, sagt Lagerkommandant Pascal Thunus. „Ich habe schon vor vier Jahren angefangen, hier zu arbeiten. Ich setze auf Kontinuität und bereite das nächste Dossier vor. Dabei handelt es sich um die Auslagerung des Wachhäuschens.“ Die steht nächstes Jahr an.

Das Lager Elsenborn kann sich dann noch mehr auf die Aus- und Weiterbildung von Soldaten, Polizisten sowie Zöllnern aus Belgien und anderen alliierten Partnerländern konzentrieren.

Stabwechsel im Lager Elsenborn

Manuel Zimmermann

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