Gut, besser, smart: PDS Eupen setzt auf das „digitale Tagebuch“

Als erste Schule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat die Eupener Pater-Damian-Schule das digitale Tagebuch eingeführt. Seit dem Schulstart ist für die rund 700 Schüler und 100 Lehrer das Papiertagebuch Geschichte. Lehrer, Schüler und auch Eltern haben jetzt jederzeit und von überall aus Zugriff auf Hausaufgaben und Co.

Tagebuch kontrollieren – das war gestern. Heute reicht ein Blick auf das Smartphone. Der Lehrer tippt die Hausaufgaben ein, schreibt, welcher Stoff gesehen wurde und füttert die App sogar mit Lerninhalten.

„Beim Tagebuch ist man sicher, dass immer alles komplett und vollständig ist. Nicht mehr immer dieses: ‚Test? ‚Haben wir nicht gewusst oder haben wir nicht mitbekommen.‘ Und auf der Lernplattform kann man Material online stellen, mit dem die Schüler dann arbeiten können“, erklärt Marie Pastoret.

Die 32-jährige Deutschlehrerin hat sich für den Einzug der App in die Schule stark gemacht. Den Anfang machte vor Jahren ein elektronisches Zeugnis. Der Einzug des digitalen Tagebuchs scheint da nur die logische Fortsetzung zu sein. „Das ganze System kann auch noch weiter ausgebaut werden in den nächsten Jahren. So, wie wir uns sicher fühlen, mit dem Werkzeug umzugehen, kann es dann auch weiter entwickelt werden“, sagt PDS-Direktor Elmar Schlabertz.

Neben den täglichen Hausaufgaben und anderen Mitteilungen sind mit der App auch die Schulnoten elektronisch abrufbar. Wer einen nicht so guten Test lieber an den Eltern vorbei schmuggeln will, hat schlechte Karten. „Die Eltern können die Noten ihres Sohnes oder ihrer Tochter auch einsehen – aber mit zeitlicher Verzögerung“, erklärt Schlabertz. „Der Schüler hat 48 Stunden Zeit, um vielleicht auch den ein oder anderen Fall zu beichten, bevor die Eltern die Note überhaupt sehen.“

PDS-Direktor Elmar Schlabertz (Bild: Simonne Doepgen/BRF)

PDS-Direktor Elmar Schlabertz (Bild: Simonne Doepgen/BRF)

Auch in das Sekretariat ist die „Smartschool“ eingezogen. Zum Beispiel können Abwesenheiten direkt in das System eingegeben werden. Bei rund 700 Schülern und circa 100 Lehrern ist die App einfach nur praktisch, findet Sekretärin Chantal Becker. „Es geht schneller und einfacher. Man braucht nicht mehr die Schreibweise des Namens oder die Klasse zu suchen. Das geht alles automatisch. Der Lehrer und die Erzieher werden dann automatisch benachrichtigt. Bisher gibt es noch keine Nachteile, aber wir sind ja erst damit gestartet vor zwei Wochen.“

Während in der Wallonie nur wenige Einrichtungen als digitale Schule funktionieren, gehört „Smartschool“ in Flandern in 80 Prozent der Schulen zum Alltag. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist die Eupener Pater-Damian-Schule Vorreiter. „Wir befinden uns jetzt in einer Pilotphase. Die DG ermöglicht uns das, zu begleiten“, erklärt Direktor Schlabertz. „Wir haben ein Team zusammengestellt, um dann für die anderen Schulen in der DG auch ein gutes Beispiel zu geben, wie man sinnvoll damit umgeht. Es braucht ein gesundes Mittelmaß – und wir sind auf einem guten Weg.“

Simonne Doepgen

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