Wölfe in der Eifel: Raum Monschau jetzt offiziell Wolfsgebiet

Die Rückkehr des Wolfes war vor Jahren noch eine Vermutung. Jetzt ist es gewiss: Auch in unserer Region leben wieder Wölfe. Das hat auch das nordrhein-westfälische Umweltministerium jetzt offiziell anerkannt: Sie hat einen 500 Quadratkilometer großen Raum um Monschau vom Wolfserwartungsland zum Wolfsgebiet hochgestuft. Auch auf belgischer Seite ist die Wallonische Region bereits mit dem "Netzwerk Wolf" aktiv geworden.

Wolf - Illustrationsbild: Pixabay

Illustrationsbild: Pixabay

„Sicher ist, dass der Mützenicher Wolf auch in unserer Gegend herumläuft. Es kann auch sein, dass es unser Wolf ist, der im Venn angesiedelt ist, und dass er nach Mützenich gegangen ist. Man weiß es momentan noch nicht“, sagt Michael Pankert. Er ist Forstbeamter und Wolfsbeauftragter der Wallonie beim „Netzwerk Wolf“.

Weil Wölfe sehr diskret sind und man nicht immer auf Spuren stößt, ist es nicht leicht, deren Identität festzustellen. „Im März dieses Jahres wurde Kot gefunden und es wurden Genanalysen gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass noch ein anderer Wolf in der Gegend war. Man kann nicht sagen, von welchem Wolf sie in Deutschland reden“, erklärt Pankert.

GW 926m – so heißt der Mützenicher Wolf in der deutschen Amtssprache. Soviel weiß man: Es handelt sich um einen jungen Rüden, der möglicherweise aus einem niedersächsischen Rudel stammt. Vergangenes Jahr war er noch am Niederrhein unterwegs. Vor einigen Monaten soll er sich dann in der Nordeifel niedergelassen haben. Mitte April wurden aus Mützenich Nutztierrisse gemeldet.

In Belgien hat man inzwischen ein Dutzend frei lebende Wölfe gezählt, in der Wallonischen Region vier – alle Rüden. Doch wie viele es wirklich sind, kann Michael Pankert vom Netzwerk Wolf nicht mit Bestimmtheit sagen.

2017 hat die Wallonische Region das Netzwerk Wolf ins Leben gerufen, das Hinweise zum Wolf sammelt und analysiert. Managementpläne für Schutzmaßnahmen wie in NRW gibt es in der Wallonie noch nicht. Sie sind aber laut Michael Pankert in der Mache. Handlungsbedarf für die neu zu bildende Regionalregierung.

In NRW bekommen Weidetierhalter im Wolfsgebiet finanzielle Unterstützung für die Anschaffung von Elektrozäunen. Sie seien als erste Schutzmaßnahme durchaus sinnvoll, so Pankert. Eventuell müssen aber zusätzliche Maßnahmen getroffen werden. „Herdenschutzhunde etwa sind ein effektives Mittel“, so Pankert.

Die natürliche Beute des Wolfes ist zwar Wild. Als Nahrungsopportunist kann er aber auch Nutztiere reißen. Im Schadensfall kommt die Wallonische Region dafür auf – allerdings erst ab einer Schadenssumme von 125 Euro. „Die Wallonische Region hilft zur Zeit nur den beruflichen Züchtern – und auch nur in dem Fall, wo ein Wolf nachzuweisen oder nicht ganz auszuschließen ist“, erklärt Pankert.

Nicht alle freuen sich über die Rückkehr des Wolfes. Als Forstbeamter und Naturschützer kann Michael Pankert sie aber nur begrüßen. „Es ist ein Erfolg, dass Tiere, die 150 Jahre nicht hier waren, zurückgekommen sind. Und es ist erwiesen, dass sich dort, wo Wölfe zurückgekehrt sind, der Lebensraum verbessert hat.“

Das neue Wolfsgebiet auf dem Gebiet der Gemeinde Monschau heißt „Eifel – Hohes Venn“, ist rund 505 Quadratkilometer groß und reicht bis in den Kreis Euskirchen hinein. NRW hat damit jetzt drei offizielle Wolfsgebiete.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) verzeichnete zuletzt 73 Rudel deutschlandweit. Schwerpunkte sind Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In Rheinland-Pfalz hat sich bislang ein Wolf dauerhaft niedergelassen. Insgesamt gab es bislang 19 Nachweise der streng geschützten Tierart. (dpa/vk)

Michael Brück

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