Zehntausende demonstrieren in Aachen für Klimaschutz

Die "Fridays-for-Future"-Demonstration für besseren Klimaschutz in Aachen war nach Angaben der Veranstalter mit 40 000 Teilnehmern die bisher größte in Deutschland.

Demonstration "Fridays for Future" in Aachen - Momentaufnahme 13:33 Uhr (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Demonstration "Fridays for Future" in Aachen - Momentaufnahme 13:33 Uhr (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Menschen aus 17 Nationen seien vertreten gewesen, sagte der Sprecher Cornelis Theuer. Darunter seien Niederländer, Belgier, Franzosen und Briten gewesen. Die Polizei nannte zunächst keine Bilanz. Am Freitagmittag hatte eine Polizeisprecherin gesagt, man gehe davon aus, dass die angemeldete Zahl von 10.000 bis 20.000 erreicht werde.

Bei strahlendem Sommerwetter hatte der Massenauflauf mit Sternmarsch und einer für den Nachmittag geplanten zentralen Kundgebung in der Soers am Fußballstadion Tivoli auf der Krefelder Straße Festivalcharakter.

Auf Transparenten, in Sprechchören und Reden fordern die Teilnehmer ein schnelles Abschalten der Kohlekraftwerke und andere einschneidende Schritte zur Begrenzung des Klimawandels.

Bei einer waghalsigen Aktion seilten sich zwei Kinder von einer Brücke ab. Die Polizei beendete nach eigenen Angaben die Aktion. Zwischen den Seilen spannten sie ein Spruchbanner mit der Aufschrift „Eure Gier kostet unsere Zukunft“. Der Protestzug wurde wegen der Aktion kurzfristig gestoppt.

Am rund 40 Kilometer entfernten Tagebau Garzweiler war unterdessen ein Katz- und Maus-Spiel zwischen Klimaaktivisten und Polizei im Gange.

Die deutsche Sprecherin der Bewegung, Luisa Neubauer, hatte zudem angekündigt , dass man auch eine „Demonstration direkt an der Tagebaukante“ angemeldet habe.

Lange nicht alle Teilnehmer schwänzten den Unterricht, denn viele deutsche Schulen hatten den Freitag als Brückentag zwischen Fronleichnam und dem Wochenende freigegeben.  Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort, doch ein Sprecher sagte, es gebe bisher keinerlei Vorkommnisse.

Polizei zeigt Präsenz

Die Polizei hatte vor den Klima-Protesten im rheinischen Braunkohlerevier und in Aachen bereits am frühen Freitagmorgen deutliche Präsenz gezeigt. Man rechnete jederzeit mit einzelnen Aktionen, sagte Sprecher Andreas Müller am Tagebau in Jüchen. Im Brennpunkt steht bei den Aktionstagen der Umweltprotestbewegungen vor allem der Tagebau Garzweiler.

Am Freitagmittag sperrte die Polizei den Bahnhof Viersen am Niederrhein, nachdem sich etwa 1.000 Aktivisten auf dem Weg dorthin gemacht hatten. Die Menschen kamen nach Polizeiangaben aus dem Camp des Aktionsbündnisses „Ende Gelände“, das Blockaden im Rheinischen Revier angekündigt hatte.

Polizei und RWE hatten vor lebensgefährlichen Risiken auf dem Betriebsgelände des Energieversorgers gewarnt.

dpa/wdr/dop/rs

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12 Kommentare
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    Gruppen wie „Ende Gelaende“ kann man als terroristisch bezeichnen wie die Rote Armee Fraktion, Islamisten und Dschihadisten. Denn sie schrecken nicht vor Gewalt zurueck, respektieren nicht Leib und Leben anderer.

    Und was muessen das fuer unverantwortliche Erwachsene sein, die Kinder zu oben beschriebener Abseilaktion verleiten ? Kinder missbrauchen fuer politische Ziele erinnert an dunkele Punkte in der Vergangenheit. Die Kinder werden indoktriniert wie in Laendern des Nahen und mittleren Osten. Werden fanatisch auf ein Ziel eingeschworen. Sowas hat in einer demokratischen Gesellschaft nichts verloren.

  2. Karl-Heinz Braun

    In dem Bericht werden Schüler*innen mit keinem Wort erwähnt. Das Wort „Polizei“ kommt jedoch 9 mal vor. So realitätsfremd kann selbst der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichten.
    Kleine Anekdote am Rande: Bei der Ankunft am Tivoli machte die Polizei eine Durchsage: Es sei genug Platz für alle da, man solle jedoch nicht nach vorne drängen. Dann wünschte der Sprecher noch viel Erfolg bei der Demonstration, was die Schüler*innen mit lautem Beifall quittierten. Die Polizei hat auf permanente Deeskalation geachtet. Das Ganze war ein voller Erfolg für die Demokratie.

  3. Dieter Leonard

    @M. Scholzen
    Ich habe eher den Eindruck, dass Menschen, deren Rhetorik jegliche Verhältnismäßigkeit vermissen lässt, die sich vor den Propagandakarren der fossilen Energiewirtschaft spannen lassen und nicht müde werden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen, wenn sie nicht in ihr verblendetes ideologisches Konzept passen, der Demokratie Schaden zufügen.
    Terroristen, Dschihadisten, Islamisten, Rote Armee oder vielleicht doch nur Grüne Ratten?
    Zeigte das Thermometer in Eimerscheid heute schon 40° ?

  4. Guido Scholzen

    Schon Napoleon Bonaparte meinte zum Thema Revolution:
    „Revolutionen werden im Bauch gemacht, nicht im Kopf“
    diese protestierenden Jugendlichen sind wohlstandsverwöhnt, also satt; ergo dreht es sich hier auch nicht um eine Revolution von unten.
    diese (ideologisch gesteuerten) Massenproteste sind genau so marxistischer Quatsch wie die 1968’er Studentenrevolte.
    Diese realitätsfremden Maulaffen von damals, gründeten die grüne Partei in D’land, und sind die Strippenzieher und Brandstifter dieser Öko-Bewegung.
    Es ist genau wie 1968:
    Das ist keine Revolution der leeren Töpfe, sondern eine Revolution der leeren Köpfe.

  5. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Leonard. Auf Unvernunft kann man nur mit harten Worten reagieren. Es ist das wenigste, was man machen kann. Wenn ich Sie richtig verstehe, sympathiesieren Sie mît diesen Outlaws (mal eine neue Bezeichnung zur Abwechslung). Ich spreche fuer mich selbst und nicht fuer andere.

  6. Dieter Leonard

    @M. Scholzen
    Sie haben bereits vor Monaten eine Jugendgruppe, deren einziges(!) „Vergehen“ es war, ein Transparent am Tagebau zu entrollen, als Terroristen und Dschihadisten betitelt. Dies sind keine drastischen Worte sondern dies ist geistige Umnachtung. Und dies ist nicht ihr einziger verbaler „Ausrutscher“.
    Für gewalttätige Aktionen gegen Material oder Menschen gibt es keine Rechtfertigung.
    Alles andere entspringt ihrer … Fantasie.
    In ihrem oder dem drastischen Jargon ihres Bruders (Grüne… Ratten, Dämel, Maulaffen, …) könnte man auch sagen: sie sind von allen guten Geistern verlassen.
    Ende.

  7. Wahl, Joachim

    Sehr geehrter Herr Leonard, als Klimagläubiger sollten Sie in Ihrer Wortwahl, „Propagandakarren, wissenschaftliche Erkenntnisse, etc.“ und der Beschimpfung andersdenkender etwas vorsichtiger sein. Sie ziehen den „Klimakarren“ und merken es nicht!!

  8. Alexander Kerres

    Herr Wahl,
    das hat nichts mit glauben zu tun.
    Und welchen Klimakarren“ meinen Sie eigentlich?

  9. Mario Meis

    Wenn die Medien die anderen Demonstranten auch so wohlwollend begleiten würden d.h. ohne Wertung!

  10. Guido Scholzen

    An die Herren Kerres und Leonard und gleichgesinnte Fans,

    Was ist ein Nichtraucher? Wer keine Tabakprodukte mehr konsumiert – und wird somit zum Vorbild.
    Was ist Vegetarier? Wer keine Fleischprodukte mehr konsumiert – und wird somit zum Vorbild.
    Was ist ein ‚Klimaschützer‘? Wer keine Kohlenwasserstoffe mehr konsumiert – und würde damit zum Vorbild werden.
    Aber wo sind denn die Klimaschützer, die keinerlei/weniger Kohlenwasserstoffe mehr konsumieren? Es gibt keine.

    Sollte man die Klimaschützer nicht zuerst „dekarbonisieren“?
    Und kommt mir nicht mit der Ausrede, wass wir nur alle zusammen das ‚Klimaproblem‘ lösen könnten. Wenn alle für etwas verantwortlich sind, dann ist es keiner, und die Klimaprotestler schieben die Verantwortung auf die Politiker (und die können die Gesetzmäßigkeiten der Marktwirtschaft und Physik/Technik auch nicht ändern).
    Ihr macht die Allgemeinheit verantwortlich, aber ihr selbst wascht eure Hände in Unschuld.

  11. Alexander Hezel

    Raucher, Vegatarier, Kohlenwasserstoff und Klimakrise in einem Atemzug… „Whataboutism“ (Surrealismus?) vom Feinsten. Dem Klimakrisen-Leugnertum wird die Carbonzirkuskrone aufgesetzt.

    Bedauerlich, dass Sie Herr Scholzen sich scheinbar noch nicht einmal darüber bewusst sind, wie lächerlich Sie sich immer wieder durch ihre abstrusen Theorien, Behauptungen und gedanklichen Verrenkungen machen…

    „Die Politiker“ können sehr wohl eine marktwirtschaftlich richtungsweisende Politik führen, Grundlagenforschung in der Physik und bestimmte technische Entwicklungsbereiche fördern. Dass diese Richtung nun „grün“ ist, scheint Sie ziemlich auf die Palme zu bringen, aber irgendwann werden auch Sie damit fertigwerden. Nur Mut, die Welt ändert sich.

  12. Dieter Leonard

    Neben allen abstrusen Kommentaren der Herren Scholzen, Wahl und Co.
    die eigentlich gar keiner Erwiderung mehr bedürfen, stellen sich jedoch bei Herrn Scholzen 2 Fragen:
    1. Woher weiß er so genau, welchen individuellen Beitrag die ihm verhassten „Klimaschützer“ leisten.
    Kennt er im Einzelnen deren Fahrzeuge, ihre KM-Leistung/Jahr, ihre Reisegewohnheiten, ihre Stromrechnung, gar ihre Essgewohnheiten,…?
    Nein! Es geht bei ihm nie um Fakten sondern immer nur um Stimmungsmache gegen seine verachteten „Grünen Ratten“.
    2. Da die so liebevoll von ihm benannten „Grünen“ für wohl alle gesellschaftspolitischen Fehlentwicklungen verantwortlich sind, stellt sich die Frage, in welchen europäischen oder internationalen Regierungen „Grüne Maulaffen“ Verantwortung tragen oder trugen, damit solche Fehlentwicklungen möglich waren?
    Wenn er in Wirklichkeit gar keine grünen Parteien sondern generell eine Politik meint, die sich mit den zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft und deren Zukunftsperspektiven beschäftigt, kann man seinen Hass irgendwie noch nachempfinden. Denn er selbst argumentiert reaktionär und rückwärtsgewandt, ohne Verantwortung für heutige und kommende Generationen.

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