Gemeinderat Lontzen: Steinbruch Rotsch vor dem Verkauf?

Die Zukunft des stillgelegten Walhorner Steinbruchs in der Rotsch war am Montagabend wieder Thema im Gemeinderat von Lontzen. Offenbar gibt es einen potentiellen Kaufinteressenten. Außerdem sorgte das Thema Überwachungskameras für eine Kontroverse.

Rathaus von Lontzen

Bild: Julien Claessen/BRF

Die Opposition wollte von der Mehrheit wissen, ob sie nicht selber einen Kauf in Erwägung ziehe. So könnte das Gelände zum Beispiel als Naherholungsgebiet umgenutzt werden. Bürgermeister Patrick Thevissen erklärte, der aktuelle Besitzer des Steinbruchs habe die Gemeinde um ein Gespräch gebeten. Dieses soll noch stattfinden. Zur Zeit plane die Gemeinde keinen Kauf. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden, so der Bürgermeister.

Das Thema Überwachungskameras sorgte jedenfalls für Meinungsverschiedenheiten im Lontzener Gemeinderat. Warum die Gemeinde keine Überwachungskameras am Vereinshaus Herbesthal habe anbringen lassen, wollte Oppositionssprecher Roger Franssen (Union) wissen. Vier Überwachungskameras hätte man zum kleinen Preis haben können, um Vandalismus zu verhindern.

Bürgermeister Thevissen erklärte, man habe sich gegen die Kameras und für mehr Polizeikontrollen entschieden. Seit 2017 habe es auch keine Meldung relevanter Straftaten im Umfeld des Vereinshauses gegeben. Und der einzige Fall von Vandalismus hätte aus der Perspektive des Vereinshauses eh nicht gefilmt werden können. Man setze weiter auf Vertrauen. Deshalb halte die Mehrheit bis auf Weiteres an der Nichtanbringung fest.

Franssen widersprach den Schilderungen des Bürgermeisters. Es habe mehr als nur einen Fall von Vandalismus gegeben. Er kündigte an, die Opposition werde im kommenden Gemeinderat einen Antrag zur Anbringung der Kameras einbringen.

Güllezisterne verschmutzt Wasserlauf in Astenet

Ein verlassener Hof in Astenet sorgt in der Gemeinde Lontzen für Unmut. Grund ist eine Güllezisterne, die bei Regen überläuft und einen Wasserlauf verschmutzt. Laut Umweltschöffe Yannick Heuschen wisse die Umweltpolizei schon seit sechs Monaten von dem Problem. Er selber sei aber erst letzte Woche in Kenntnis gesetzt worden. Als Gemeinde habe man so gut wie keine Handhabe, sagte Heuschen.

Für den Bauhof der Gemeinde soll ein neues Straßenmarkiergerät im Wert von circa 17.000 Euro angeschafft werden. Das alte Gerät sei nicht mehr einsatztauglich, hieß es. Zudem wurde der Ankauf eines neuen Häckslers beschlossen. Schätzpreis 23.000 Euro. Die Schulen der Gemeinde Lontzen erhalten neues EDV-Material. Dazu zählen Tablets, Bildschirme und Laptops. Schätzpreis 25.000 Euro.

Nicolas Gauder wird K.B.A.R.M.-Vorsitzender

Die Anwesenheitsgelder der neuen Mitglieder des neuen Kommunalen Beratungsausschuss für Raumordnung und Mobilität (K.B.A.R.M.) sind auf Vorschlag der Opposition vom Gemeinderat verdoppelt worden. Ursprünglich lag der indexierte Beitrag bei 12,50 Euro und 50 Euro für den Vorsitzenden. Nicolas Gauder aus Herbesthal wurde zum Vorsitzenden-Präsidenten des K.B.A.R.M. gewählt.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lontzen erhält für 2019 einen Zuschuss von 5.825 Euro.

Der Gemeinderat hat auch die erste Abänderung des Gemeindehaushalts genehmigt. Die Opposition warf der Mehrheit im Rahmen dieser Prozedur vor, sie verzögere unnötig wichtige Bauprojekte. Bürgermeister Thevissen widersprach: „Machen Sie uns nach sechs Monaten bitte nicht den Vorwurf, nicht alles realisiert zu haben. Wir sind normalerweise sechs Jahre im Amt.“

Manuel Zimmermann

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