Gutscheine statt Geld: Prämienpolitik in Büllingen geht auf

Kindergeld in Form von Einkaufgutscheinen? Diese Idee hat Vivant-Politiker Michael Balter im Wahlkampf formuliert. Der Gedanke dahinter: Die Kaufkraft in Ostbelgien stärken, indem man Leute motiviert, lokal einzukaufen. In Balters Heimatgemeinde Büllingen werden Prämien bereits so gehandhabt.

Einkaufsgutscheine der Gemeinde Büllingen (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Einkaufsgutscheine der Gemeinde Büllingen (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Zuschüsse wie das Kindergeld als Gutscheine zu vergeben, die in ostbelgischen Geschäften einzulösen sind, das war eine Idee im Wahlprogramm von Vivant. Vorbild für dieses Modell bietet die Gemeinde Büllingen. Sie zahlt seit letztem Jahr alle Prämien bis zu 1.000 Euro in Form von Gutscheinen aus.

Die Büllinger Geschäftswelt begrüßt die Wertscheine. „Das ist einerseits eine gute Idee, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Andererseits würde ich persönlich aber das Geld gerne da ausgeben, wo ich will“, sagt eine Apothekerin im Ort.

Ganz ähnlich sieht es dieser Geschäftsmann: „Die Leute selber sind hin- und hergerissen. Ich denke, dass viele lieber Bargeld hätten. Aber wir als Geschäftsleute finden es natürlich eine gute Sache, dass die Gutscheine hier bei uns eingelöst werden.“ 2018 gingen so immerhin rund 100.000 Euro an die Büllinger Geschäftswelt, weiß Bürgermeister Friedhelm Wirtz.

Auch eine Lokalwährung könnte die regionale Wirtschaft ankurbeln. Die Gemeinde Büllingen war zu klein für dieses Projekt. Auf gemeinschaftlicher Ebene ist das System aber durchaus denkbar. „Es gibt ja auch positive Beispiele wie in Malmedy“, so Wirtz.

Raffaela Schaus

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3 Kommentare
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    Regionalgeld fuer regionale Produkte waere ein vernuenftiger Ansatz.

    Um die Akzeptanz von Regionalgeld zu foerdern, muesste ein Vorteil damit verbundenen sein (zum Beispiel Rabatte, kostenfreie Versicherungen). So eine Sache muss auf jeden Fall gut ueberlegt und geplant sein.

  2. Anja Wotschke

    Viele wollen sich aber ich nicht vorschreiben lassen wo sie einkaufen wollen. Man bedenke dass in ländlichen Gegenden die Ware oft viel teurer ist als wie in der nächsten grösseren Stadt und dass man dort auch oft die doppelte Menge für’s selbe Geld erhält….also wenn ich in dieser Lage wäre, ich würd dieses Gutscheinsystem dankend ablehnen, besonders wo es vieles was die Babys und Kleinkinder betrifft es in Deutschland als bsp vieles billiger wie in Belgien ist und man mir schon die freie wahl lassen sollte wo ixh was zu welchen Preis einkaufe vor allem, viele können sich die überteuerten „regionaler“ Produkte so und so nicht leisten und das wird nicht bedacht.

  3. Marcel scholzen Eimerscheid

    Wenn die Gemeinde Buellingen Gutsscheine anstatt Zuschuesse gibt, muesste man ja auch Steuern und Gebuehren in Gutsscheinen bezahlen koennen.

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