Gemeinsame Linie der Krankenhäuser St. Vith und Eupen

Wenige Tage vor den Wahlen sind die Verantwortlichen der Kliniken von St. Vith und Eupen gemeinsam vor die Presse getreten. Thema waren die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Dabei spielt insbesondere die von Gesundheitsministerin Maggie De Block geplante Bildung von Krankenhausnetzwerken eine Rolle.

René Jost, Ingrid Mertes, Claudia Niessen und Christian Krings (Chantal Scheuren/BRF)

René Jost, Ingrid Mertes, Claudia Niessen und Christian Krings (Chantal Scheuren/BRF)

Die Versorgung deutschsprachiger Patienten innerhalb des Netzwerks haben sich die Klinik St. Josef und das St. Nikolaus Hospital zur Aufgabe gemacht. Zahlreiche Mitarbeiter werden pensioniert und es rücken nicht genug junge Fachkräfte nach. Hinzu kommt die Besonderheit, die Patienten im kleinen Ostbelgien in deutscher Sprache zu versorgen.

Die Zeiten, in denen jedes Krankenhaus alle medizinischen Dienste anbieten konnte, sind vorbei. Falls die Behandlung in einem Krankenhaus nicht möglich ist, muss der Patient schnell und gut weitervermittelt werden: „Dass man in den Krankenhäusern eine Anlaufstelle für alles finden kann. Und wenn man das nicht selbst vor Ort macht, soll man den Leuten helfen können, sie irgendwo anders hin übermitteln und dass dort die Akten schon bekannt sind. Dort soll die deutsche Sprache respektiert werden und soll man hochqualitative Medizin finden“, die Leiterin der Klinik St. Josef, Ingrid Mertes.

In engem Dialog stehen die beiden ostbelgischen Krankenhäuser mit dem CHC in Lüttich. Von dieser Partnerschaft verspricht man sich Unterstützung und den Austausch von Wissen: „Die Zusammenarbeit mit dem CHC ist sehr offen und sehr professionell und es ist auch eine wirkliche Bereicherung des gegenseitigen Austauschs. Und wir sehen, dass wir auch in diesem Netzwerk unsere Stimme mitgeben können und damit auch die Akzente für Ostbelgien setzen können“, sagt der Direktor des Eupener Krankenhauses, René Jost.

Von der Notwendigkeit der Reform ist Ingrid Mertes überzeugt. Allerdings fehlt eine Gesamtplanung und es ist nicht klar, welches Krankenhaus für welche medizinische Behandlung zuständig sein wird: „Klare Antworten erwarte ich von Politikern, nicht nur auf Ebene der DG, sondern auch national. Wir müssen wissen, was die Politik will und dann werden wir uns positionieren. Wir werden es wieder schaffen, gute Angebote für unsere Bevölkerung bereit zu halten.“

Die Netzwerkbildung bietet auch Chancen für die Patienten und die 1.300 Mitarbeiter in St. Vith und Eupen. Der Patient muss vor Ort oder mit Hilfe der beiden Krankenhäuser medizinisch versorgt werden: „Er kann sicher sein, dass er absolute Spitzenqualität in Belgien bekommt. Wir sind ein Land mit extrem guter Versorgung und es wird dahin gehen, dass man mehr im Kollektiv arbeitet, dass man mehr zusammenarbeitet. Ich sehe es durchaus als gut an, dass ein Patient für diese Intervention meinetwegen in ein Partnerkrankenhaus kommt, aber die Diagnose in St. Vith machen kann, die Nachbehandlung hier erfolgt. Dass er heimatnah behandelt wird und dass man aber auch klipp und klar sagt: „Das machen wir hier nicht, dafür haben wir einen Vertrag mit einem anderen Krankenhaus““, so Ingrid Mertes  weiter.

Die Zusammenarbeit mit dem CHC in Lüttich ist intensiver geworden. Durch die Zusammenarbeit soll finanziell gespart werden und der Patient gleichzeitig in den besten Händen sein.

Chantal Scheuren

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