Lipödem-Kämpferinnen Ostbelgien kämpfen um Anerkennung der Krankheit

Von einem Lipödem ("Fettschwellung") - im Volksmund auch Reiterhosensyndrom genannt - ist Schätzungen zufolge etwa jede zehnte Frau betroffen. In Ostbelgien haben sich jetzt über 30 Frauen zusammengeschlossen, um für die Anerkennung der Krankheit zu kämpfen.

Anja Géron und Mary Reuter von den Lipödem-Kämpferinnen Ostbelgien (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Anja Géron und Mary Reuter von den Lipödem-Kämpferinnen Ostbelgien (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Die Fettzellen vermehren sich immer weiter – ganz unabhängig von Ernährung und Sport. Wie diese Krankheit entsteht, ist noch nicht erforscht. „Was sicher ist: Hormone spielen dabei eine Rolle“, sagt Anja Géron von den Lipödem-Kämpferinnen Ostbelgien. „Bei vielen Frauen fängt es in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder der Menopause an.“

„Zu Beginn äußert sich das Lipödem durch dicke und schwere Beine, die unproportional zum Rest des Körpers werden. Dazu bekommen wir ganz schnell blaue Flecken, die wir uns selber nicht erklären können. Und später kommen noch starke Schmerzen in Armen und Beinen dazu, die vergleichbar sind mit Muskelkrämpfen oder Wachstumsschmerzen.“

Schmerzen behindern den Alltag

„Jeder Schritt schmerzt, Treppen steigen ist eine wirkliche Qual. Mit den Kindern spielen, einen Spaziergang oder Ausflug machen, das ist teilweise gar nicht möglich. Natürlich leiden auch unsere Jobs darunter.“

Das Problem: Die Krankheit ist selbst unter Ärzten noch nicht wirklich bekannt. „Gerade hier in Ostbelgien sind die Ärzte noch gar nicht für diese Krankheit geschult. Wir können nur nach Deutschland gehen, um Hilfe zu bekommen. Aber auch da ist es nicht immer so leicht“, erklärt Anja Géron.

Teure Operationen

Neben dem Lipödem gibt es auch das Lymphödem, eine Wassereinlagerung. Anja Géron und ihre Mitstreiterinnen kämpfen darum, dass diese beiden Krankheiten anerkannt werden, damit die Behandlungskosten von den Krankenkassen erstattet werden.

Gelindert wird die Krankheit durch Kompressionsstrümpfe und manuelle Lymphdrainage, wirklich schmerzfrei werden die Patientinnen aber nur durch operative Eingriffe. In Luxemburg werden die Kosten (nach Angaben von Anja Géron bis zu 30.000 Euro) zurückerstattet – allerdings nur, wenn sie schon weit fortgeschritten ist.

sn/km

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