Thermalstadt Spa auf dem Weg zum Unesco-Welterbe

Gehört eine Stätte zum Unesco-Welterbe, dann gilt sie damit nicht nur als besonders schützenswert, sondern die Anerkennung sorgt darüber hinaus auch für internationales Renommee und zusätzliche Besucher. Das erhofft sich sicherlich auch die Stadt Spa. Mit anderen Thermalstädten wird Spa in den kommenden Wochen eine Kandidatur zur Aufnahme ins Unesco-Welterbe einreichen.

Die Quellen von Sauvenière (vorne) und Groesbeek (im Hintergrund) (Bild: Volker Krings/BRF)

Die Quellen von Sauvenière (vorne) und Groesbeek (im Hintergrund) (Bild: Volker Krings/BRF)

Schon der russische Zar Peter der Große wusste die heilsamen Kräfte der Thermalquellen von Spa zu schätzen. Ihm zu Ehren errichtete die Stadt später den Pouhon Pierre Le Grand, mitten im Stadtzentrum. Er ist einer der zahlreichen Stätten die Spa zum Unesco-Welterbe verhelfen sollen. Hinzu kommen unter anderem das Casino, die ehemaligen Thermen, der Parc Léopold und natürlich die zahlreichen Quellen rund um Spa.

Die Idee für die Kandidatur kam allerdings nicht von den politisch Verantwortlichen. „Es waren einige Bürger, die zusammen mit dem Kulturzentrum den Antrag bei der Stadt Spa eingereicht hatten. Der damalige Gemeinderat hat die Idee begrüßt. Und seit Juni 2006 arbeiten wir jetzt an diesem Dossier“, erklärt Spas neue Bürgermeisterin Sophie Delettre.

Das Besondere daran: Es ist eine gemeinsame Kandidatur von elf Thermalstädten in ganz Europa. Ein Grund, warum das Ganze auch so lange gedauert hat. „So ein Antrag ist kompliziert, das kann dauern“, erklärt Delettre. „Hinzu kommt: Weil es ja eine gemeinsame Kandidatur ist, müssen die einzelnen Anträge abgestimmt werden. Dass es so lange gedauert hat, ist also völlig normal.“

Mit dabei ist zum Beispiel Vichy in Frankreich, Baden-Baden in Deutschland, das englische Bath oder Karlovy Vary in Tschechien. Alles Orte, die genau wie Spa ganz im Zeichen ihrer Quellen stehen. Die Anerkennung als Welterbestadt kann da nur von Vorteil sein – vor allem für den Tourismus. „Wichtig an der Anerkennung ist, dass wir auf mehr Besucher hoffen. Denn das größte wirtschaftliche Standbein von Spa ist nunmal der Tourismus“, erklärt die Bürgermeisterin. „Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Erbe schützen. Mit der Anerkennung können wir dann Subsidien bei der Wallonischen Region beantragen, und jedem die Entwicklung unserer Stadt bewusst machen.“

An manchen Stellen wird aber deutlich, dass die einst mondäne Bäderstadt mehr tun muss, um aus ihrem Erbe auch Kapital zu schlagen. Mit dem geplanten Umbau der ehemaligen Thermen zu einem Luxushotel inklusive Einkaufsgalerie ist damit ein erster Schritt getan. „Die Bäder gehören zu unserer Identität, sie sind unser Markenkern. Wir bezeichnen uns als ‚Spa, die authentische Thermalstadt‘. Und diese Authentizität müssen wir bewahren. Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder stolz auf ihre Stadt sind.“

Am 22. Januar wird die Kandidatur eingereicht. Anschließend haben die Unesco-Experten ein Jahr Zeit, die Bewerberstädte zu besichtigen und ihr Urteil abzugeben.

Volker Krings

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Ein Kommentar
  1. Johannes Weber

    Diese Initiative ist ausdrücklich zu begrüßen. Schöner Bericht!
    Johannes Weber

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