Reuländer Gemeinderat verabschiedet vorläufigen Haushalt

Ein Bonus im Verwaltungshaushalt von rund 400.000 Euro und damit fast soviel wie der ganze Investitionshaushalt aufweist: Das sind die Eckdaten, die der Gemeinderat von Burg-Reuland angenommen hat. Allerdings werden bei der ersten Anpassung mit Sicherheit weitere Projekte hinzukommen.

Gemeindehaus von Burg Reuland

Archivbild: Julien Claessen/BRF

Die Gemeinderatssitzung begann mit einer Schweigeminute für den Schöffen Karl-Heinz Cornely, der bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen war.

Helmuth Wiesen wurde nachträglich als Gemeinderatsmitglied vereidigt, weil er bei der Einsetzung des Gemeinderates am 3. Dezember nicht dabei war.

Ansonsten prägten Finanzfragen die Sitzung, die nach knapp einer halben Stunde schon vorüber war.

Steuern bleiben gleich

Alle Steuern und Gebühren bleiben unverändert. Das gilt auch für die beiden wichtigsten Steuern: den Zuschlag von 7 Prozent auf die Einkommenssteuer und die 2500 Zuschlaghundertstel auf die Immobilienvorbelastung. Beide Steuern wurden zuletzt im November 2012 erhöht. Es sei aber nicht daran zu denken, sie herabzusetzen, sagte Bürgermeisterin Marion Dhur. Schließlich zahle jeder zweite Arbeitnehmer, der in der Gemeinde wohnt, seine Steuern im Großherzogtum Luxemburg.

Keine Änderungen auch bei der Müllabfuhr: Müllsäcke für den Restmüll kosten nach wie vor 1,50 Euro, Biomülltüten 50 Cent. Die Müllsteuer bleibt bei 100 Euro für alleinstehende Personen, bei allen anderen Haushalten kommen zum Grundbetrag von 50 Euro weitere 50 Euro pro Person hinzu.

Satter Überschuss

Der Haushalt listet im ordentlichen Teil Einnahmen von 5.656.419 Euro und Ausgaben von 5.241.457 Euro, was einen Überschuss von 414.962 Euro ergibt. Nur unwesentlich höher, nämlich mit 432.000 Euro ist der außerordentliche Haushalt veranschlagt. Allerdings wies Bürgermeisterin Marion Dhur darauf hin, dass es bei der ersten Anpassung wohl Änderungen geben werde. Man werde dann unter anderem sehen, wie weit die Planung zum Bau einer neuen Feuerwehrhalle fortgeschritten ist oder welche weiteren Kosten bei der Trinkwasserversorgung anfallen.

Die Haushaltsplanung verlief ohnehin unter erschwerten Bedingungen, weil im Herbst der Leiter des Finanzdienstes ausgefallen war. Zwar wurde ein neuer Beamter eingearbeitet, die Gemeinde konnte aber vor allem auf die fachliche Unterstützung des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft zurückgreifen und so rechtzeitig zum Jahresende einen Haushalt präsentieren. Marion Dhur dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich Michael Mockel vom Ministerium.

ÖSHZ-Haushalt

Als ÖSHZ-Präsident stellte Helmuth Wiesen den Haushalt des Öffentlichen Sozialhilfezentrums vor. Er schließt im ordentlichen Teil mit Einnahmen und Ausgaben von 583.919 Euro ab. Die Investitionen werden auf 33.000 Euro geschätzt. Der Zuschuss der Gemeinde an das ÖSHZ dürfte sich im kommenden Jahr auf knapp 71.000 Euro belaufen.

Die Dotationen an die Polizeizone (149.756 Euro) und an die Hilfeleistungszone (143.045 Euro) bleiben unverändert.

Schließlich gewährte der Gemeinderat dem Verkehrsverein Reuland-Ouren, der neuerdings durch Helmuth Reuten am Ratstisch vertreten ist, für dessen „wertvolle Arbeit“, wie Marion Dhur sagte, einen Zuschuss von 700 Euro. André Kleis konnte seinerseits mit der guten Nachricht aufwarten, dass der Dachverband für Tourismus von den beantragten zusätzlichen 30.000 Euro nur 1000 Euro brauche.

Das nächste Mal tagt der Gemeinderat von Burg-Reuland am 28. Januar 2019 und dann immer am letzten Donnerstag im Monat – auch am 28. Februar, dem Möhnendonnerstag!

Stephan Pesch

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Ein Kommentar
  1. Erwin Breuer

    Die Bürgermeisterin rechtfertigt die Beibehaltung des Steuersatzes von 7% damit, dass jeder 2. Arbeitnehmer der in der Gemeinde wohnt, seine Steuern in Luxemburg zahlt. Folglich müssen diejenigen, die (noch) ihr Gehalt aus Belgien beziehen einen erhöhten Steuersatz an die Gemeinde entrichten im Vergleich zu allen anderen Gemeinden im Süden der DG. Auch die 2500 Zuschlaghundertstel auf die Immobilienvorbelastung gibt sicher kein Anlass, dass junge Leute sich in die Gemeinde niederzulassen.

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