300 Gäste beim Festakt zum Tag der DG

Im Eupener Kloster Heidberg haben am Freitagabend mehr als 300 geladene Gäste an einem Festakt zum Tag der Deutschsprachigen Gemeinschaft teilgenommen.

Kloster Heidberg vor der Eröffnung

Foto: Julien Claessen/BRF

Nach der von der DG-Regierung organisierten Veranstaltung in Brüssel am eigentlichen Festtag, dem 15. November, hatte diesmal der Parlamentspräsident Alexander Miesen (PFF) eingeladen. Neben viel regionaler Prominenz war auch der Präsident des Flämischen Parlaments, Jan Peumans, zu Gast, zudem der SPD-Abgeordnete Nico Steinbach für den rheinland-pfälzischen Landtag und der Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville.

Nein, es gab nicht die über Jahre scheinbar unvermeidlichen, langen Reden, unterbrochen durch klassische Geigenklänge, und auch die politische Selbstbeweihräucherung hielt sich in engen Grenzen. Diesmal gab es – zwar inszeniert, aber locker und unterhaltsam – Dialoge zwischen Parlamentspräsident Alexander Miesen und Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG).

Den Auftakt zu 45 Minuten offiziellem Programm machte ein BRF-Film von Anne Kelleter mit dem Geschichtsforscher und Politologen Dr. Herbert Ruland über das Ende des 1. Weltkriegs vor hundert Jahren. Ein ernstes Thema – ein sehr ernstes – bewusst gesetzt.

„Der Erste Weltkrieg hat während viereinhalb Jahren mit Brutalität gewütet: 17 Millionen Menschen wurden sinnlos geopfert“, bemerkt Ministerpräsident Oliver Paasch.  „Das Vermächtnis dieser 17 Millionen Toten kann nur darin bestehen, dass es in den Beziehungen zwischen Staaten und Regionen nie wieder dieses übersteigerte, national-staatliche Konkurrenzdenken geben darf. Populismus, Radikalismus, Egoismus, Nationalismus und Ausgrenzung haben immer zu Krieg geführt. Deswegen müssen alle Demokraten sich diesen Tendenzen entgegen stellen.“

Im zweiten Teil wurden auch die Preisträger des Videowettbewerbs „Ostbelgien abgedreht“ geehrt. Und es wurden die besten Filme gezeigt. Eine bestrickende Idee.

Der erste Preis ging an die Gruppe „Blocksatz“ mit Luka Hennen, Gary Jost und Christopher Stokes. Sie zeigten Ostbelgien in all seinen Facetten: Eine herausragende filmische Leistung mit kritischen Anspielungen an das Ministerium, das in dem Streifen als „Mysterium“ bezeichnet wird, oder an das Eupen-Plaza-Desaster mit zirpenden Grillen in öder Verlassenheit.

Oliver Paasch nutzte die Gelegenheit darzustellen, was das „Mysterium“ Ministerium zu leisten imstande ist: „Das Ministerium bietet über 600 Dienstleistungen, die dem Menschen zugute kommen. Unsere Autonomie ist von konkretem Mehrwert. In den letzten Jahrzehnten wurde parteiübergreifend sehr viel getan, um die Lebensqualität in Ostbelgien zu verbessern.“ Also doch ein Stückchen Monolog im Einsatz gegen ein offenkundiges Informationsdefizit.

Vor der Veranstaltung im Kloster Heidberg hatte die Vivant-Fraktion kritisiert, der Festtag der DG komme nicht den Bürgern zugute, sondern vor allem Politikern, Beamten und Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, die frei bekämen, während in der Privatwirtschaft gearbeitet werden müsse.

Paasch wollte die Kritik nicht gelten lassen: „Ich empfinde den Vorwurf als ungerechtfertigt. Wir haben uns in den letzten Jahren bemüht, keine elitären Veranstaltungen zu organisieren, sondern die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt zu stellen“, so der Ministerpräsident. „Gerade in diesem Jahr haben wir den Rekord an Bürgerbeteiligungsveranstaltungen gebrochen, und wir möchten das in den nächsten Jahren ausbauen.“

Ähnlich ließ sich Parlamentspräsident Miesen aus: „Der Bürger steht im Mittelpunkt des Handelns der DG – und zwar seit langem. Wir bemühen uns, die Bürger noch mehr und mehr einzubinden, zum Beispiel indem wir konkret Bürgerbeteiligungen organisieren.“

Nach Dreiviertelstunde ging es dann ran an die Häppchen und Sektchen. Munteres Kontakten und Netzwerken war angesagt. Und: Viel Lob war zu vernehmen an die Adresse der Organisatorin des Abends, Miriam Pelzer, Kommunikations- und Protokoll-Chefin des PDG.

rs/raf

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Ein Kommentar
  1. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Ausser Spesen nichts gewesen. Und die Bevoelkerung aussen vor. Die hat die Ehre alles zu bezahlen.

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