Ausstellung: „Neues Leben für unsere Dörfer“

Ein unbewohntes Bauernhaus, eine ungenutzte Scheune, ein ehemaliger Stall - in der Eifel stehen viele Altbauten leer oder sind untergenutzt. Was man daraus machen kann, das erfährt man bei der Ausstellung "Neues Leben für unsere Dörfer" über das gleichnamige Leader-Projekt. Am Samstag eröffnet die WFG Ostbelgien die Ausstellung im Saal Feyen in Wallerode. Vorab durften sich Schüler aus Wallerode die Ausstellung schon mal ansehen.

Die Walleroder Schüler dürfen sich ihre Lieblingsplätze im Dorf aussuchen und mit Fähnchen auf einem Modell kennzeichnen. Sie haben viele Gründe gefunden, die für Wallerode sprechen, darunter die vielen Wälder, die KLJ, die Aussicht, die Schule, Tiere und Bauernhöfe. Aber die Kinder haben auch etwas zu bemängeln, zum Beispiel, dass es nicht so viele Eichhörnchen und Bürgersteige gibt. Und schließlich haben die Kinder eine lange Wunschliste: sie reicht von Radwegen und Waldspielplätzen über einen Park für Rollerskates und Skateboards bis hin zu einer Kartstrecke und einem Lebensmittelladen.

Ideen sammeln – das ist auch für Erwachsene der erste Schritt bei der Dorfentwicklung. In den drei Modelldörfern Elsenborn, Manderfeld und Wallerode hat man sich bereits Gedanken gemacht. Im Saal Feyen kann man sehen, was daraus geworden ist und sich Ideen für sein eigenes Dorf holen. Marianka Lesser von der WFG Ostbelgien nennt einige Themenbeispiele der Ausstellung: „Was kann man für Dorfgemeinschaft tun? Wie können wir Plätze in unserem Dorf neu gestalten? Oder wie könnte man ein ungenutztes Gebäude zum Dorfhaus umbauen?“

Der größte Teil der Ausstellung ist dem Thema Wohnen gewidmet. Anhand von Modellen und Plänen wird gezeigt, wie man Gebäude umbauen kann, „zum Beispiel, wie man Scheunen oder Ställe in mehrere Wohneinheiten unterteilen kann, wie man Mehrgenerationen-Wohnen verwirklichen könnte oder was man bei seniorengerechtem Wohnen beachten müsste“, so Lesser.

Architekturstudenten der Uni Lüttich (Bild: WFG Ostbelgien)

Architekturstudenten der Uni Lüttich (Bild: WFG Ostbelgien)

62 Architekturstudenten aus Aachen und Lüttich haben Entwürfe für Eifeler Häuser erstellt. Dazu gehört auch das Elternhaus von Guido Classen aus Wallerode. „Es ist ein sehr altes Haus. Die Grundmauern sind von Anfang 1900. Vor rund 40 Jahren sind die Stallungen und die Scheune zu Wohnungen umgebaut worden“, erklärt Guido Classen.

„In dem großen Haus lebt jetzt aber nur noch eine Person und fast die Hälfte des Hauses steht seit einigen Jahren leer. Deshalb habe ich das Haus auch beim Leader-Projekt eingereicht, um Ideen zu bekommen, was man daraus machen kann.“ Wohnungen mit Obst- und Gemüseanbau und ein Restaurant könnten dort entstehen – so der Entwurf einer Lütticher Studentin.

Tourismus, Landwirtschaft und Wirtschaft sind Themenbereiche der Ausstellung, die vielfältige Ideen für Umbauten und neue Nutzung von Altbauten liefern. Jedem Gebäudemodell liegen Pläne und eine Expertenmeinung bei. Die Fachleute haben die Projekte unter die Lupe genommen und geprüft, ob sie realisierbar wären. „Die meisten Projekte wurden dabei positiv eingeschätzt“, so Lesser.

Man kann die Ausstellung alleine erkunden oder an Führungen teilnehmen. Am Samstag ist Thementag „Dorfentwicklung“, am Sonntag Thementag „Umbauen“. Dann startet die WFG in Zusammenarbeit mit acht Architekten auch ein neues Beratungsangebot, das sich an Gebäudeeigentümer und Bauwillige richtet.

Am kommenden Mittwoch steht die Ausstellung unter dem Motto „Landwirtschaft zurück ins Dorf“ und zum Abschluss am 4. November gibt es noch einmal eine Führung für Kinder unter dem Motto „Mein Dorf und ich“.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Veranstaltungsprogramm finden man unter WFG.be. Die Zufahrt nach Wallerode wird übrigens an allen Ausstellungstagen frei sein. Es wird dann keine Straßenbauarbeiten geben.

Architekturstudenten der RWTH Aachen (Bild: WFG Ostbelgien)

Architekturstudenten der RWTH Aachen (Bild: WFG Ostbelgien)

mb/mg

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