Museum Vieille Montagne: Am 14. September ist Einweihung

Kelmis und Bergbau: zwei Begriffe, die nicht enger verbunden sein könnten. Bald schon wird man die Geschichte der Region im neuen Museum bewundern können. Am 14. September soll es eingeweiht werden.

Rainer Hintemann und Louis Goebbels (Bild: Lena Orban/BRF)

Rainer Hintemann und Louis Goebbels (Bild: Lena Orban/BRF)

Nicht mehr lange dauert es bis zur Eröffnung des neuen Kelmiser Museums, das den geschichtsträchtigen Namen „Vieille Montage“ tragen wird. Im September sollen hier die ersten Besucher Kelmis‘ Geschichte hautnah erleben können und das in den Räumen, die 1910 als Direktionssitz der Firma Vieille Montage gebaut wurden.

Auch das angrenzende alte Bahnhofsgebäude wurde integriert, erklärt Raymond Lenaerts, der das Projekt als Präsident des Kelmiser Beirats für Denkmalschutz begleitet. „In das kleinere Bahnhofsgebäude sollen die Büros kommen, das große Gebäude dient als reines Museum. Die Leute, die nach Kelmis kommen, werden im kleinen Bahnhofmuseum empfangen. Da ist die Rezeption und auch die Tourist-Info von Kelmis. Besucher erhalten dort auch den Audioguide und Erklärungen zur Ausstellung.“

Noch sind die Räume leer. Aber man erkennt bereits eine Struktur. Im kleinen Bahnhofsgebäude ist eine Galerie eingerichtet worden. Hier wird die Geschichte des Dorfes und des Bahnhofes ihren Platz finden. Anschließend betritt man den ersten Raum im alten Direktionssitz der Vieille Montagne und die Zeitreise kann beginnen.

Im ersten Raum soll der Besucher einen Überblick bekommen, erfahren, was ihn in den nächsten Räumen erwartet. Wie hat die Mine Neutral-Moresnet geprägt? Eine Frage, die hier beantwortet werden soll. Man durchläuft das lichtdurchflutete Treppenhaus, dessen Wand- und Bodenfliesen noch im Originalzustand sind. Auf der ersten Etage dann erfährt man mehr über das Material Zink. Wofür wird es heute noch gebraucht? Ein interaktiver Tisch wird einem beim Beantworten der Fragen helfen.

Auch über die Flora in der Region wird man im neuen Museum unterrichtet, genauso wie über die Vorkommnisse von verschiedenen Erzen und Steinen. Eine kleine Labor-Ecke ist ebenfalls geplant, erklärt Bürgermeister Louis Goebbels. „Es sind Räume eingerichtet worden, um mit den Schulklassen kleine Experimente zu machen, damit sie herauszufinden, wie das damals mit der Verwertung der Mineralien war. Ich glaube, dass auch Schulklassen von außerhalb reges Interesse zeigen werden und hier hin kommen, um zu sehen wie hier in Kelmis damals Zink produziert worden ist.“

1,9 Millionen Euro kostet das Großprojekt. Geld, das laut Goebbels gut investiert ist. „Das Projekt wird eine große touristische Nachwirkung haben. Man spürt jetzt schon nach der Veröffentlichung des Buches von Philip Dröge, dass die Menschen zunehmend nach Kelmis kommen. Sie wollen wissen: Was war denn da mit der Neutralität? Was war da mit dem Zinkabbau? Was war denn da, wenn man sagt, dass die halben Dächer von Paris mit Zink aus Kelmis eingedeckt sind?“

Raymond Lenaerts (Bild: Lena Orban/BRF)

Raymond Lenaerts (Bild: Lena Orban/BRF)

Nach wie vor hat die Vieille Montagne und der Bergbau eine große Bedeutung für die Region um Kelmis. Der Meinung ist auch Raymond Lenaerts. „Kelmis wäre ohne die Vieille Montagne oder den Bergbau gar nicht so groß geworden. Um 1800 hatte man 300 Leute gezählt, die hier arbeiteten. Als die Mine dann expandierte, ging das auf 5.000 Leute rauf. Kelmis verdankt alles der Vieille Montagne und dem Bergbau. Die Vieille Montagne hat auch damals Schulen gegründet und Kirchen hier gebaut. Vieille Montagen und Bergbau – das ist eine Familie.“

Mehrere Jahre hat es bis zur Umsetzung des Projektes gedauert. Im Laufe der Zeit mussten auch einige Hindernisse überwunden werden, die zu Mehrkosten geführt haben. Ein ganz wichtiger Punkt war dabei die Renovierung des Daches. „Die Zinkarbeiten auf dem Dach sind alle komplett neu gemacht worden. Dabei hat man festgestellt, dass es keinen Sinn macht, neuen Zink auf altes Holz anzubringen, so dass der ganze Dachkandel erneuert werden musste ebenso wie Unterkonstruktion“, erklärt Schöffe Rainer Hintemann.

„Dann kommt noch hinzu, dass die Konstruktion des Brandschutzes zwischen dem ersten Obergeschoss und dem Dachgeschoss komplett überdacht werden musste. All das führt eben zu Mehraufwand.“ Jetzt sei man mit den Arbeiten voll im Zeitplan, so Hintemann. Einer Eröffnung am 14. September steht derzeit also nichts im Wege.

Bild: Lena Orban/BRF

Bild: Lena Orban/BRF

Lena Orban

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Ein Kommentar
  1. Hans Hermans

    Liebe Heimatfreunde, ich erinneren mich noch an die Herren De Ridder und Peter Zimmermann. Kostbare Erinnerungen die ich nie vergessen werden. Leider auch die boese Zeit wo die Koelner Kalkwerke den Karbonberg abtragen wollte. Mit Professor Heimans aus Amsterdem konnten wir dazu beitragen dass das Gebiet heute ein wertvolles Naturareal ist. Mit Ihnen bin ich uerberzeuht dass das Vieille Montagne-Museum nicht nur ein Begriff im Goehltal sondern in der Euregio wird. 13.09.2018.
    Heemkunidige Historie Hans Hermans Heerlen

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