Übungsplatz Eifel: EU-Kampfgruppe trainiert

Panzer, Soldaten in Tarnanzügen und schweres Militärgerät tauchen zur Zeit in den Eifeler Straßen auf. Dort probt die EU-Kampfgruppe den Ernstfall. Sie steht in der zweiten Jahreshälfte unter der Führung Belgiens. Zentrum der Übungen war am Dienstag die Gemeinde Amel. In Schoppen wurde ein Hubschrauberabsturz simuliert.

Bild: Michaela Brück/BRF

Bild: Michaela Brück/BRF

Auf einem Feld am Messenweg in Schoppen: Ein Hubschrauber ist abgestürzt. Zwei Personen konnten sich aus dem Helikopter retten, zwei Schwerverletzte sitzen noch drin. Ein Notruf wurde abgesetzt. Das ist das Szenario, das den Soldaten am Dienstag zur Aufgabe gemacht wurde. Sie sind gerade in Amel, als sie den Notruf erhalten und müssen schnell entscheiden, was zu tun ist: eine QRF, eine Quick Reaction Force, einleiten. „In sehr kurzer Zeit, fünf bis zehn Minuten, müssen sie die Leute aussenden, hierher kommen und eine Beurteilung abgeben“, erklärt Tim Thevissen, Koordinator der Militärübungen.

Die Ameler Feuerwehr, die zum Unfallort ausrückte, war in das Szenario eingeweiht. Die Soldaten selbst wussten nicht, was sie erwartet. „Sie können sich nicht vorbereiten und wissen nicht, was passiert oder wie viele Verletzte es gibt“, sagt Thevissen. „Es ist auch ein Training für die Zusammenarbeit mit zivilen Diensten, wie der Feuerwehr, oder auch mit der Presse.“

Die Übung erfolgt im Rahmen einer Zertifizierung für die EU-Kampfgruppe. Sie muss immer einsatzbereit sein, wurde aber bisher nicht in Kampfeinsätzen, sondern nur im Rahmen der Hilfe an Nationen aktiv.

Rund 1.000 Soldaten aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Österreich proben seit Sonntag in der Eifel zusammen den Ernstfall. „Bisher ist alles gut gelaufen. Die Soldaten sind von Marche-en-Famenne nach Elsenborn gefahren und haben hier die FBO (forward operating base) übernommen“, erklärt Thevissen. „In den nächsten zwei, drei Tagen müssen die Soldaten patrouillieren und Kontakt zur Bevölkerung aufnehmen.“

Noch bis Donnerstag läuft die Operation „Quick Lion 18“. Ein Szenario für die Soldaten: mutmaßliche Terroristen aufspüren und verhaften. Wo und wann wird noch nicht verraten.

mb/mg

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Ein Kommentar
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Es ist ja im Prinzip eine gute Sache, das eine Armee den Ernstfall übt. Nur welchen? Hier wird nicht Landesverteidigung geübt, also die Verteidigung des eigenen Territoriums und deren Einwohner, sondern ein Kolonialkrieg, bei dem es um Rohstoffe, Märkte, Macht und Einfluss geht. Alles unter dem Deckmantel des Humanitären. Und so etwas lehne ich ab.

    Die belgische Armee ist einfach zu klein, um glaubwürdig das belgische Territorium verteidigen zu können. Dafür hat sie von der Politik nicht die notwendigen Mittel bekommen. Ein zusätzliches Manko ist die fehlende Reserve. Sie ist eher eine etwas bessere Polizeitruppe, die spezialisiert ist auf asymmetrische Kriegsführung. Belgien war nie gut auf den militärischen Ernstfall vorbereitet, weder 1914 noch 1940, damals wie heute war Verteidigungspolitik ein Stiefkind der Politik.

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