Schüleraustausch: Niederländisch im Praxistest

Wer in der Schule viele Sprachen gelernt hat, der weiß: Die Praxis zählt. Wenn man nicht spricht und nur die Theorie lernt, lernt man eine Sprache nicht richtig. Um dem entgegenzuwirken, werden Schüleraustausche organisiert. Diese Woche ist ein solcher Austausch zu Ende gegangen. Schülerinnen und Schüler aus der flämischen Gemeinde Heusden-Zolder und aus Eupen haben sich auf das Abenteuer eingelassen.

Auch ein Besuch im BRF gehörte zum Austauschprogramm: (V.l.n.r.) Anita Truyers (SFC), Hanna Loewenau (PDS), Luca Kalscheuer (RSI), Max Bosmans (SFC), Lea Klöcker (PDS), Marie Vandezande (SFC), Julia Trost (RSI), Mathias Vanderstraeten (SFC), Marie Schanz (RSI), Luna Konings (SFC) (Bild: Renate Ducomble/BRF)

Auch ein Besuch im BRF gehörte zum Austauschprogramm: (V.l.n.r.) Anita Truyers (SFC), Hanna Loewenau (PDS), Luca Kalscheuer (RSI), Max Bosmans (SFC), Lea Klöcker (PDS), Marie Vandezande (SFC), Julia Trost (RSI), Mathias Vanderstraeten (SFC), Marie Schanz (RSI), Luna Konings (SFC) (Bild: Renate Ducomble/BRF)

27 Schülerinnen und Schüler haben sich freiwillig gemeldet, um in der vergangene Woche ihr Niederländisch beziehungsweise Deutsch aufzubessern. Schüler vom flämischen Sint-Franciscus-College, von der PDS und dem RSI – ein Austausch, der zum ersten Mal stattgefunden hat.

Bevor das Projekt jedoch losging, musste einiges vorbereitet werden, erklärt Julia Trost, Lehrerin für Niederländisch und Englisch am RSI in Eupen. „Jeder musste eine Personenbeschreibung von sich erstellen. Es gab dann eine Art Kontaktbörse und auch eine Unterrichtstunde, in der sich die Schüler per Videochat, WhatsApp und Telefon kennenlernen konnten.“ Anschließend sind Videos gedreht worden, in denen die jeweilige Schule und Abteilung vorgestellt wurde.

Die Idee zum Austausch hatte Anita Truyers, die Deutschlehrerin war auf der Suche nach deutschsprachigen Partnern und ist in Eupen fündig geworden. Nachdem alles organisiert war, konnte das Projekt beginnen. „Zuerst haben unsere Schüler Eupen besucht und auch dem Unterricht beigewohnt. Anschließend sind die Schüler aus Eupen dann zu uns gekommen.“

Während dieser Zeit wohnten die Schüler bei Gastfamilien und auch da wurde fleißig die neue Sprache gelernt, wie Luca erklärt. „Wir haben viel unternommen, abends zusammen gesessen und uns unterhalten. Das hilft schon sehr.“

Der Austausch habe auf jeden Fall etwas gebracht, finden auch Marie, Mathias und Luna. Die Verständigung hat jedenfalls funktioniert. Und die Schüler haben Dinge gelernt, die sie im normalen Schulalltag nicht unbedingt lernen würden, erklärt Anita Truyers. „Das Video war zum Beispiel ein sehr realitätsbezogener Auftrag. Bei den normalen Hausaufgaben sind Schüler oft nicht so motiviert und auch der Kontakt mit echten Muttersprachlern war sehr motivierend.“

Dass das Lernen von Sprachen, vor allem von Deutsch, mehr gefördert werden sollte – da sind sich die beiden Lehrerinnen einig. „In der Schule wird Mathe, Wissenschaft oder Ökonomie sehr betont. Später spüren die Schüler aber oft, dass man eigentlich die Sprachen braucht – sie öffnen die Tür“, sagt Anita Truyers.

Eine tolle Sache, findet auch Julia Trost. Sie hofft auf eine Fortführung des Projekts. „Das schreit nach Wiederholung. Es hat den Schülern so viel gebracht – nicht nur auf sprachlicher Ebene. Persönlichkeitsentfaltung, neue Leute kennen lernen und die Sprache auf eine ganz ungezwungene Art und Weise zu vertiefen – das schafft man einfach nicht im Unterricht.“

lo/mg