Schwer misshandelte Pferde in Hauset beschlagnahmt

Der Wallonische Dienst für den Tierschutz (UBEAW) hat am Mittwoch vier stark abgemagerte und völlig ausgehungerte Pferde auf einem Privatgelände in Raeren beschlagnahmt. Da an dem Tag sowohl in Raeren als auch in Berwart in der Provinz Namur Beschlagnahmungen angeordnet waren, wurden sechs verschiedene Pferdeauffangstationen damit beauftragt, die Tiere zu transportieren und unterzubringen.

Beschlagnahmte Pferde aus Hauset (Bild: BRF Fernsehen)

Bild: BRF Fernsehen/Animaux en Péril

Die Veterinärinspektion beschlagnahmte die vier schwächsten Tiere, darunter auch ein Fohlen und das Muttertier. Die Stute wies Verletzungen an den Augen auf. Die völlig unterernährten Tiere waren von Parasiten befallen und stark vernachlässigt.

Wie Jean-Marc Montegnies, Präsident der Pferdeauffangstation „Animaux en Péril“ dem BRF erklärte, hätten sich auch die anderen Pferde auf dem völlig verschlammten Gelände in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befunden. Den Pferden habe es an allem gefehlt – besonders an Nahrung und Pflege. Manche Pferde hätten sogar Verletzungen aufgewiesen.

Bei den zwölf Tieren, die noch vor Ort sind, handelt es sich den Angaben zufolge um Stuten und Hengste, die sich unkontrolliert vermehrt haben. Da ein Teil dieser Herde nicht registriert war, hat die Agentur für Lebensmittelsicherheit Afsca die Besitzerin der Pferde dazu angehalten, Blutanalysen durchführen zu lassen, um sicherzustellen, dass die Tiere nicht an schweren Infektionskrankheiten leiden.

Die Pferdebesitzerin war in der Vergangenheit schon mehrmals wegen Tiermisshandlung aufgefallen und war den Anordnungen der Behörden nicht nachgekommen. Dabei ging es auch um die Tatsache, dass der Unterstand für die Tiere kaum ausreichte. Diesmal brachte die lokale Polizei Raeren den Fall von Amts wegen zur Anzeige und benachrichtigte die Behörden.

Die Verantwortlichen der Pferdeauffangstationen sind besorgt und glauben kaum, dass sich die Lage in Raeren verbessern wird. Wie Dr. Elisabeth Bernard von der Veterinärinspektion dem BRF erklärte, werde man die Lage im Auge behalten und gegebenenfalls eingreifen.

Der Staatsanwaltschaft soll ein Protokoll übermittelt werden. Dann hat sie zwei Monate Zeit, um zu entscheiden, ob eine strafrechtliche Verfolgung aufgenommen wird. Nach Auskunft von „Animaux en péril‘ riskieren Tierbesitzer, die sich der Tiermisshandlung schuldig machen, bis zu sechs Monate Haft und 100.000 Euro Strafe.

Findet keine strafrechtliche Verfolgung statt, übernimmt die Verwaltung die Akte. Dann drohen Strafen bis zu 10.000 Euro. Die Pferdeauffangstationen haben allerdings die Möglichkeit, als Nebenkläger aufzutreten.

Chantal Delhez

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Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    „Schwer mißhandel“ ist vielleicht übers Ziel hinaus bewertet. So schlimm der Fall auch ist, wären die Tiere brutal halbtotgeschlagen worden oder schlimmeres, müsste man wirklich von schwerer Misshandlung sprechen.

    Wichtig ist jetzt dass der Besitzerin die Konzessionen entzogen werden. Wer sich Tiere anschafft muss genauso wie wenn man sich eigene Kinder wünscht, in der Lage sein, Haus und Hof zu versorgen.

    So wie es aussieht hatte die Besitzerin anscheinend die Kontrolle über ihre Aufgaben verloren. Die Frist zur Nachbesserung brachte nicht die Resultate, die für ein Leben und Würde der Vierbeiner zu erreichen gewesen wären.

    Enfin gehen meiner Meinung nach disziplinarische Schritte sowie ggf. Regressansprüche, sofern die Person zahlungsfähig ist, vor Strafmaßnahmen, da es sich um grobe Fahrlässigkeit handelt und nicht um böswillige Tierquälerei.

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