Auf Energiejagd: Projekt in Eifeler Schulen

Wie viel Energie nutzen wir jeden Tag? Wo verschwenden wir sie? Und wie können wir bewusster damit umgehen? Kinder an diese Fragen heranzuführen, ist das Ziel des Leader-Projektes "Generation Zero Watt - Auf zur Energiejagd", das die Energiegenossenschaft "Courant d'air" im September 2016 gestartet hat. Auch in der Gemeinde Burg-Reuland machen drei Pilotklassen mit.

Auf Energiejagd: Projekt in Eifeler Schulen (Bild: Michaela Brück/BRF)

Bild: Michaela Brück/BRF

Es ist kalt an diesem Morgen in Thommen. Nicht einmal drei Grad Außentemperatur ergibt die Messung der Schüler – ihre erste Aufgabe. Im Klassenzimmer sind es knapp 21 Grad. Damit kommen die Kinder ihrem Unterrichtsthema näher: die Heizung und was sie mit dem Treibhauseffekt zu tun hat. Die Schüler starten mit einem Experiment. Sie sollen verstehen, was die Gebäudehülle mit der Heizwärme macht und testen verschiedene Dämmstoffe. Welches Material hält die Wärme am längsten? Wie und wo geht sie verloren? Die Klassenkameraden sind mit anderen Versuchen und Analysen beschäftigt. Sie alle drehen sich um das Thema Klimawandel: Wie entsteht er und was macht das CO2?

Energiewandel ist für die zehn- bis zwölfjährigen Kinder kein Fremdwort mehr. Sie haben schon einiges darüber gelernt. 20 Schüler aus Aldringen, Espeler und Thommen machen bei dem Projekt mit. Acht weitere Eifeler Schulen sind ebenfalls dabei. Die Energiejagd wurde im vergangenen Schuljahr bereits in Amel, Born, Deidenberg und Rocherath gestartet.

„Es geht darum, dass die Schüler anhand des eigenen Schulgebäudes lernen, Energie zu sparen, und dass sie die Zusammenhänge kennen. Was passiert, wenn ich Energie benutze? Wie kommt Strom zu uns? Gibt es Heizungen, die weniger Einfluss auf die Umwelt und das Klima haben als andere?“, erklärt Fiorenza Boccali, Animatorin von Courant d’air.

Die Kinder selbst nehmen wöchentliche Messungen im Schulgebäude vor, lesen Stromzähler und Heizölstand ab und ziehen daraus Konsequenzen. „Wir verschwenden viel Energie bei Licht und Heizungen, und auch bei Computern und Radios, die nachts oder in den Ferien nicht abgeschaltet werden“, erklärt Jana aus Espeler.

Das Energieprojekt ist auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen, wenn es um praktische Lösungen geht. In Burg-Reuland fordern die Kinder selbst die Umsetzung ihrer Ideen ein. „Sie haben mir auch Briefe geschickt, in denen sie schreiben, dass sie gerne Steckerleuchten hätten. Sie wollen alles schnellstmöglich umsetzen und Ergebnisse sehen“, sagt Schulschöffin Sonja Houscheid. Und auch zu Hause tut sich was. Die Kinder nehmen ihr Wissen mit in die Familien und animieren ihre Eltern zum Energiesparen.

Für die Schule ist das Energieprojekt ein doppelter Gewinn. Nicht nur, dass es in den Rahmenplan integriert werden kann und seinen pädagogischen Zweck erfüllt, seit Beginn des Projektes im September hat die Schule auch ganz konkret Energie gespart. „Bei der ersten Gruppe konnten wir feststellen, dass wir zwischen 10 und 15 Prozent gespart haben. Wir haben auch gesehen, wo und wann. Das ist ganz wichtig, damit die Kinder begeistert sind zu sparen“, so Schulleiter Walter Schlabertz.

So werden zum Beispiel während der Pausen die Lichter konsequent ausgeschaltet, und die Fenster nur für kurze Stoßlüftungen geöffnet. „Freitags drehen wir auch die Heizkörper runter, damit an den Wochenenden möglichst wenig Heizung gebraucht wird. Da haben wir auch schon einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Wir haben aber auch gesehen, dass wir noch lange nicht am Ende der Kette sind und es noch viele Möglichkeiten gibt, Energie in unserer Schule zu sparen“, so Schlabertz.

Ende März wird Bilanz gezogen. Dann erfahren die Schüler, wie viel ihre Energiejagd bewirkt hat. Courant d’air hofft, dass die Kinder auch nach dem Projekt weiter am Ball bleiben und sich so eine Generation energie- und umweltbewusster Bürger entwickelt.

mb/mg

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7 Kommentare
  1. Joachim Wahl

    Seit wann sind Privatunternehmen an der Auswahl des Lernstoffes beteiligt?
    Habe gedacht, das liegt in der Hand des Schulministeriums der DG. Oder ist das Indoktrinieren von Kindern bereits „ausgesourced“ worden?

  2. Werner Meyer

    Sehr geehrter Herr Wahl, wer so vom Anti-Klimawandel indoktriniert ist wie Sie & Co, sollte sich besser nicht in die Auswahl des Lernstoffes unseres Schulen einmischen!

  3. Peter Schallenberg

    Schade, Herr Meyer, denn eine Übersicht an Meinungen anzubieten ist immer sinnvoller als die gerade die herrschende Ideologie als das einzig Wahre zu verkaufen.
    Und ein profitorientiertes Privatunternehmen als Unterrichtsgrundlage zu nehmen ist ziemlich einseitig. Warum nicht mal einen Klimawandel- Skeptiker? Ach ja, das passt nicht in die Absicht. Oder es fehlt der Mut dazu. Oder macht es gar Angst?

  4. Joachim Wahl

    Sehr geehrter Herr Meyer, ich mische mich sehr wohl in die „Auswahl“ des Lehrstoffes ein, wenn junge Menschen, anstatt zum eigenen Nachdenken, durch vorgefertigte Unsinnsbehauptungen, indoktriniert werden. Würden Sie auch Kernreaktorherstellern die Diskussion mit Schülern erlauben?

  5. Ludwig Gielen

    Zu dieser Aktion kann man den beteiligten Schulen nur gratulieren, es ist genau der richtige Ansatz den Kindern beizubringen wie sie Energie einsparen können, denn bekanntlich ist ja die beste Energie die, die man nicht verbraucht. Wenn viele Menschen diesem Beispiel folgen würden, könnten etliche Kohle- und Atomkraftwerke abgeschaltet werden und die Umwelt würde sauberer und sicherer.
    Das man die Unterstützung von Fachleuten, die direkt um die Ecke wohnen, in Anspruch nimmt, die dies auch noch kostenlos machen, liegt in der Natur der Sache und ist mehr als nachvollziehbar. Ich kann die beteiligten Schulen nur bitten diese tolle Aktion fortzuführen und soviel Schüler wie möglich in diesem Bereich zu schulen, denn die Schüler(innen) und die Umwelt werden von diesem erlernten Wissen, wenn sie später selber mal ein Bauprojekt realisieren, profitieren.

  6. Guido Scholzen

    Kindern sollte man wirklich erklären, wie man Strom einsparen kann. Alles schön und gut. Aber wenn’s Jugendliche sind, sollte man auch die Technik dahinter erklären, nämlich dass die physikalischen und technischen Bedingungen eines öffentlichen Stromnetzes nur mit Großkraftwerken aufrecht erhalten werden kann. Demletzt ist es mir einige Male begegnet, dass Abiturienten nur das über Klima und Strom wissen, was grün-ideologisch gefärbtes Lehrpersonal denen „verzählt“ hat; von Allgemeinbildung kann nun wirklich nicht mehr die Rede sein. Diese Jugendlichen meinten gegenüber mir, das erneuerbare Energien immer biliger werden (Indoktrination!) Als ich dann nachfragte, warum denn in Deutschland die Stromrechnung immer höher wird (wegen EEG), wusste keiner bescheid. Ein junger ‚Porte-Parole“ wusste nicht mals, dass grüner Strom überhaupt bezuschusst wird, etwas das man sonst nur von Atomstrom behauptet.
    Soviel zum Thema ‚Allgemeinbildung in Sachen Energie‘ an ostbelgischen Schulen. Die meisten Schüler haben auch nicht mehr Wissen als ihre Lehrer. Einbildung ist auch Bildung.

  7. Ludwig Gielen

    Die Schüler liegen richtig, mit erneuerbaren Energien erzeugter Strom wird immer billiger, siehe Photovoltaik. Das Problem ist nur, dass die Politik beschlossen hat die Kosten für die Erneuerbaren auf den Strompreis umzulegen, die viel höheren Kosten für Atomstrom, inklusive des Abbaus der Kraftwerke, vom Endlager spreche ich erst gar nicht, werden dem Steuerzahler größtenteils aufgebürdet, da haben die Atomlobbyisten nochmal „GANZE“ Arbeit geleistet.

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