Neue Masche: Einbrecher suchen Häuser von Verstorbenen auf

Die dunkle Jahreszeit ist für Einbrecher Hochsaison. Wenn es früh dunkel wird, nutzen sie die Dämmerung für ihre Diebestouren. Eine neue Masche ist in der Polizeizone Stavelot-Malmedy aufgetaucht: Dort wurde in Häuser von Menschen eingebrochen, die kurz zuvor verstorben waren. Die Polizei hat reagiert.

Einbruch Einbrecher

Illustrationsbild: FBHK/Pixabay

Angehörige, Freunde und Nachbarn halten Totenwache im Beerdigungsinstitut, sie haben sich in der Kirche zur Abschiedsfeier versammelt oder sind zur Beerdigung auf dem Friedhof. Währenddessen steht das Haus des Verstorbenen leer – eine Gelegenheit für Diebe, ungehindert dort einzubrechen.

In der Polizeizone Stavelot-Malmedy hat es in den letzten Wochen mehrerer solcher Kriminalitätsfälle gegeben, erklärt Kommissar Bernard Schmitz. „Das waren wirklich skrupellose Fälle. Die Diebe haben den Sterbefall ausgenutzt, um während der Trauerfeier in das Haus einzubrechen. Sie konnten so sicher sein, niemanden anzutreffen.“

Genaue Zahlen hat die Polizei nicht. Auch kann sie nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich bei den Einbrechern um eine organisierte Bande handelt. Man könne jedoch davon ausgehen, denn in benachbarten Polizeizonen, unter anderem in Lüttich, gebe es ähnliche Fälle. „Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine organisierte Bande handelt, die die Regionen durchkämmt und sich die Informationen per Internet besorgt, wo man Namen und Adressen von Verstorbenen findet und alle Daten, um dann ungehindert einbrechen zu können“, so Schmitz.

Um vorzubeugen, bietet die Polizeizone Stavelot-Malmedy seit Anfang des Jahres an, die betreffenden Häuser zu überwachen. Ähnlich wie bei der Überwachung in den Sommerferien fährt die Streife mehrmals am Tag und abends an dem Haus vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Der neue Service ist Teil des Aktionsplans der Zone Stavelot-Malmedy zur Bekämpfung von Einbrüchen. Die Polizei arbeitet dabei mit den Bestattungsunternehmen zusammen. „Die Bestatter teilen uns alle notwendigen Daten mit, so dass wir die Häuser der Verstorbenen überwachen können – während der Besuchszeiten, der Abschiedsfeier in der Kirche oder am Tag der Beerdigung“, erklärt Bernard Schmitz.

Sechs Häuser in der Zone Stavelot-Malmedy sind bereits auf diese Weise von der Polizei überwacht worden. „Wir haben positives Echo aus der Bevölkerung. Es beruhigt auch die Menschen, die einen Angehörigen verloren haben und in Trauer sind. Es wäre schlimm, in einer solchen Situation auch noch einen Hauseinbruch verkraften zu müssen.“

Auch aus anderen Polizeizonen wurden ähnliche Fälle gemeldet, berichtet Schmitz. In den deutschsprachigen sind Einbrüche in Häuser von kürzlich Verstorbenen aber bislang nicht festgestellt worden – weder in der Polizeizone Weser-Göhl noch in der Eifel.

Michaela Brück

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