Direktvermarktung: Bald ein Laden für regionale Produkte in Malmedy

Sage mir, was Du isst und ich sage Dir, woher es kommt? So in etwa lässt sich steigende Nachfrage nach regionalen Produkten erklären. Allerdings ist es nicht immer leicht, den hausgemachten Käse oder den selbstgezogenen Kohlrabi an den Mann zu bringen. In Malmedy tun sich jetzt mehrere Hersteller zusammen, um gemeinsam einen Laden zu eröffnen - mit Unterstützung der Stadt und anderer Unternehmer.

Hersteller regionaler Produkte zusammen mit Vertretern der Stadt Malmedy und der Vereinigung "J'aime Entreprendre" (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Hersteller regionaler Produkte zusammen mit Vertretern der Stadt Malmedy und der Vereinigung "J'aime Entreprendre" (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Ihren Camembert aus Ziegenmilch hat sie gleich zum Probieren mitgebracht. Astrid Bastin, deren Mutter aus Montenau stammt, betreibt in Ondenval eine Ziegenzucht. Sie verwertet aber auch Milchprodukte von Kühen der rotbunten Rinderrasse und verkauft sie direkt an ihre Kunden. „Das ist sehr schwer, wenn man alles selbst macht, vor allem die Zeit zu finden, noch anderswo verkaufen zu gehen. Wir wollen direkt mit den Kunden in Kontakt kommen. Und ich denke, das klappt, denn die Leute wollen das“, sagt sie. Ähnlich sieht das Noëlle Abinet aus Rivage. Zusammen mit ihrem Mann Gilles zieht sie in ihrem „Jardin des Sourdans“ Obst und Gemüse.

Ein gemeinsamer Laden ermöglicht also nicht nur den einzelnen Herstellern, Kosten zu sparen, sondern auch ein breiteres Angebot zu präsentieren. Denn über kurz oder lang sollen weitere Produzenten hinzukommen, sagt Astrid Bastin. Aber eins nach dem anderen. „Es ist schon schwer, fünf Leute zusammenzubringen. Wenn wir sicher sind, dass alles gut läuft, dann gehen wir noch auf andere Leute zu“, sagt Astrid Bastin.

Neben Astrid Bastin und dem Ehepaar Abinet gehören zum Fünfterteam noch der Traiteur Laurent Bodarwé und Christine Bronlet aus Malmedy. Sie hat 15 Jahre Erfahrung im Verkauf biologisch hergestellter Lebensmittel über eine Lütticher Genossenschaft. Und genau so eine Genossenschaft wollen auch die Projektpartner gründen. Das macht man aber nicht mal eben so: Es braucht die nötigen juristischen Grundlagen und einen Finanzplan.

Die Stadt Malmedy unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Ländlichen Entwicklung. 7.500 Euro steuert die Stadt Malmedy bei. Die Örtliche Kommission zur Ländlichen Entwicklung hatte die Förderung regionaler Produkte als prioritär eingestuft. Weitere 1.250 Euro kommen von der Vereinigung „J’aime Entreprendre“, die sich dieses Ziel ebenfalls auf die Fahnen geschrieben hat.

Für Astrid Bastin und ihre Mitstreiter eine willkommene Starthilfe: „Mit diesem Geld werden wir die Kooperative gründen, mit Statuten usw.“. Sie sehen ihr Geschäftsprojekt auch nicht als Konkurrenz zu Initiativen wie „Made in Ostbelgien“. „Made in Ostbelgien macht viel Werbung für die angeschlossenen Mitglieder, hat aber kein Geschäft, wo das alles verkauft wird“, so Bastin. Der neue Laden in Malmedy kommt so oder so – schon wegen der Nachfrage, sagt Noëlle Abinet.

sp

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