Amels Bürgermeister Schumacher zeigt sich durchaus dialogbereit

In Amel sitzt Klaus Schumacher seit vier Legislaturperioden fest im Sattel. Im aktuellen Gemeinderat hält seine Mehrheit zwölf von 17 Sitzen. Er wird sich aber nicht um seine eigene Nachfolge bewerben - das hat der Halenfelder, der in wenigen Tagen 66 wird, seit langem angekündigt.

Klaus Schumacher (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Klaus Schumacher (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Bei unserem Termin im Schöffenzimmer schaut Amels Bürgermeister Klaus Schumacher zufrieden auf das, was sich getan hat oder vor der Verwirklichung steht. „Wir haben im letzten Jahr enorm große Investitionen getätigt: Wasserleitung, Kanal und Bürgersteige an zwei Regionalstraßen, der Bauhof, der für den Sommer fertiggestellt wird, die Wasseraufbereitungsanlage im Wolfsbusch – lauter Riesenprojekte“, so Schumacher.

Beispiel Trinkwasser: Während das Thema andernorts sehr kontrovers diskutiert wird, scheint es in Amel zu laufen. „Wenn wir das Wasserwerk Wolfsbusch fertig haben, ist die gesamte Gemeinde mit Aufbereitungsanlagen bestückt. Die erste war in Hepscheid, die zweite in Wereth und die dritte am Wolfsbusch steht vor der Vollendung.“

Kaiserbaracke

Auf der anderen Seite des Wolfsbuschs liegt die Industriezone Kaiserbaracke und die hat dem Ameler Bürgermeister, wie er offen zugibt, schon die ein oder andere schlaflose Nacht beschert. Aber auch da habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. „Die Presse, die Bürgerinitiative und, nicht zu vergessen, die Gemeinde haben letztendlich das erreicht, was heute vorzufinden ist. Wir haben, denke ich, momentan eine saubere Industriezone“, sagt Schumacher. Und die soll erweitert werden – auch wenn es zum Bedauern von Klaus Schumacher wohl noch zehn Jahre dauert, ehe sich die ersten neuen Betriebe dort ansiedeln können.

Kurz vor dem Jahreswechsel wurde bekannt, dass die Post ihr neues Sortierzentrum nun doch nicht auf der Kaiserbaracke, also auf Ameler Gebiet, bauen will, sondern in St. Vith. „Das wurmt mich schon. Wir waren der erste Ansprechpartner, nur die Gemeinde hatte keinen Quadratmeter Gelände zur Verfügung. Es gab eine Privatfirma, die Gelände hatte. Warum es nicht zu dem Geschäft gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Schade, denn dann hätten wir nochmal etwas Positives zeigen können“, so Schumacher.

Potenzial sieht Klaus Schumacher mittelfristig auch beim Programm der Ländlichen Entwicklung. Zurzeit wird etwa das Dorfhaus Valender in diesem Rahmen umgebaut – mit satten Zuschüssen aus Namur. Seine Gemeinde müsse sich bemühen, auch in der nächsten Förderperiode dabei zu sein, sagt Amels scheidender Bürgermeister. „Wir müssen ab diesem Jahr Lobbyarbeit bei der Wallonischen Region betreiben. Mittlerweile hört man in den Dorfversammlungen immer mehr: Wir hätten das noch gerne oder wir wünschen uns das noch, das könnte noch gemacht werden. Und das sind zu 90 Prozent Projekte, die über die Ländliche Entwicklung mitfinanziert werden können.“

Mangel an Transparenz?

Die Opposition wirft dem langjährigen Bürgermeister vor, unter seiner Führung fehle es an Transparenz und Dialogbereitschaft. Entscheidungen würden im stillen Kämmerlein getroffen und dann im Gemeinderat mit Hilfe der starken Mehrheit abgenickt. Das lässt Klaus Schumacher so nicht stehen: „Man kann nicht sagen, dass wir keine offene Politik machen. Wenn ein Projekt ansteht, diskutieren wir zuerst mit dem Bürger, dann im Kollegium, dann in der Fraktion und dann im Gemeinderat, der die Entscheidungsgewalt behält.“

Klaus Schumacher hatte von langer Hand angekündigt, nicht noch einmal als Bürgermeister kandidieren zu wollen. Zwar weigert er sich hartnäckig, den Namen des neuen Spitzenkandidaten preiszugeben – sein politisches Erbe sieht er aber gesichert. „Das Kollegium wird sich wieder präsentieren und bei uns auf der Liste werden nur drei aufhören. Da kann man doch als scheidender Bürgermeister stolz sein, dass die Richtung Gemeindeinteressen, wie wir es seit 24 Jahren vorgelebt haben, weiter besteht.“

Stephan Pesch

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