Umfrage: Welchen Weg schlägst du nach dem Abitur ein?

Haben Schüler bei der Masse an beruflichen Möglichkeiten heutzutage überhaupt noch den Durchblick? Das Ergebnis einer langjährigen Umfrage von Kaleido und dem Arbeitsamt der DG: Ja! Das gilt allerdings nicht unbedingt für die Eltern.

65 Jahre Maria-Goretti-Schule in St. Vith

Illustrationsbild: BRF

Etwa 90 Prozent der Abiturienten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wissen schon vor ihrem Schulabschluss, wo es einmal hingehen soll. Die Auswahl an Möglichkeiten scheint jedes Jahr zuzunehmen. Allein die Anzahl der Bachelorstudiengänge hat die Tausender Marke schon längst geknackt.

Welcher Studiengang soll es werden, welche Ausbildung, welcher Beruf? Und was, wenn man das noch gar nicht so genau weiß? Dann gibt es auch viele Wege: Praktika, Au-Pair, Freiwilligendienst im In- und Ausland. Blicken die Schüler bei dieser Masse an Möglichkeiten überhaupt noch durch? Die Umfrageergebnisse sind eindeutig, sagt der Leiter des Fachbereichs Berufsorientierung des Arbeitsamtes Erwin Heeren: „Dadurch, dass wir rund 90 Prozent an Antworten bekommen haben, dass die Jugendlichen wissen, dass sie am Ende des Abiturs ein Berufsziel oder ein Studienziel haben, kann man das ja wirklich nur als positiv bewerten.“

Seit Beginn der Umfragen vor elf Jahren hat sich dieser Wert nicht sonderlich verändert. Ganz im Gegenteil zur Berufswelt. Obwohl der Arbeitsmarkt stetig komplexer wird, scheinen die Jugendlichen weiterhin zu wissen, was sie wollen. Das führt Erwin Heeren auf einen besonderen Faktor zurück: „Das Allgemeinbildende Abitur zielt darauf ab, studieren zu gehen, ein Technisches Abitur sowohl studieren zu gehen oder aber auch eine Arbeitsstelle aufzunehmen und bei einem Berufsbildenden Abitur ist das prioritäre Ziel in Richtung Arbeit oder Lehre zu gehen. Wenn wir unsere Umfrage betrachten, sehen wir, dass genau das auch rauskommt. In der Hinsicht haben wir eine Kohärenz zwischen dem, was unser Ausbildungssystem anbietet, und dem, was wirklich danach auch gemacht wird.“

Wer allerdings nicht wirklich den Durchblick hat, sind die Eltern. Daher sind sie das neue Ziel der Berufsberatung. „Auch in dieser Umfrage ist klar wieder zum Vorschein gekommen, dass die ersten Ansprechpartner für die Jugendlichen immer noch die Eltern sind“, erklärt der zuständige Leiter beim Arbeitsamt, Erwin Heeren. „Vor dem Hintergrund hätten wir gerne, dass die Eltern sich auch auf den letzten Stand bringen beziehungsweise bringen lassen, was Berufe anbelangt.“

„Wie sieht jetzt wirklich ein Berufsbild aus? Was ist im Studium zum Beispiel ‚Bologna‘? Was ist ein ‚Credit‘? Das sind alles Sachen, wo viele Eltern im Augenblick schwimmen, weil es sehr viele Entwicklungen in den letzten Jahren gegeben hat.“

Ziel der Berufsberatung ist es über Jobmöglichkeiten zu informieren und Wege aufzuweisen. Dabei spielen eben nicht nur die Schüler, sondern auch ihre einflussreichsten Berater – die Eltern – eine wichtige Rolle.

Die Auswertung der Umfrage und einen Leitfaden zur Berufswahl für die Eltern kann man auf der Seite des Arbeitsamts der DG herunterladen.

sd/km

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150