Feuerwehrkommandanten sauer auf Jambon

Zwischen den frankophonen und deutschsprachigen Feuerwehrkommandanten und Innenminister Jan Jambon brodelt es. Und das nicht erst seit gestern. In Sachen Reform der zivilen Sicherheit fühlen sich die Feuerwehrkommandanten von Jambon in Stich gelassen. Eine Aussage des N-VA Politikers im Parlament hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht.

Die Reuländer Feuerwehrhalle

Illustrationsbild: BRF

Bei Feuerwehrkommandanten gibt es schwerwiegende Mängel in Sachen Management. So ähnlich hat es Jan Jambon in einer Fragestunde im Parlament ausgedrückt. „Damit ist er zu weit gegangen“, sagt Marc Gilbert, Vertreter der frankophonen und deutschsprachigen Feuerwehrkommandanten.

Scheinbar seien die Feuerwehrkommandanten keine guten Manager. Und das obwohl sie seit Jahren ihre Einheiten leiten. Und vor allem: Worauf basiert dieses Urteil? Es gebe keine Inspektion, niemand kontrolliere sie. Außerdem, Jambon mache Regeln und Vorgaben, die schon aus finanziellen Gründen nicht einzuhalten sind. Das alles sei sehr schlimm, so Gilbert.

Vor zehn Jahren wurde die Reform der zivilen Sicherheit, die so genannte Feuerwehrreform beschlossen, 2013-2014 nach und nach dann auch umgesetzt. Jan Jambon habe aber, seitdem er Minister ist, immer wieder zum Teil widersprüchliche Abänderungen eingebracht. Und das ohne vorherige Absprache mit den Menschen auf dem Terrain.

Eine Reform, die ursprünglich von den Feuerwehren selbst entwickelt wurde und nun von Jambon nach und nach verschlimmbessert wird. Und das von Leuten aus seinem Kabinett, die wohl keine Ahnung haben, wie es in der Realität aussieht, so Gilbert. Man munkelt, seitdem die N-VA in der Regierung ist, habe sich die flämische Lobby durchgesetzt, und die bastele die Reform jetzt nach ihren Bedürfnissen um.

Bei der Reform ging es vor allem darum, die Hilfeleistung zu optimieren, zu vereinheitlichen und zu professionalisieren. Da gab es einiges zu tun. Beispielsweise bei der Ausbildung. Jambon aber mache einen Unterschied zwischen Hauptamtlichen und Freiwilligen Feuerwehrleuten. Und das obwohl es geheißen habe, dass beide gleich ausgebildet werden sollten.

Gilbert bemerkt, dass man versucht, die Freiwilligen Feuerwehrleute loszuwerden. Man mache ihnen falsche Hoffnungen. Und im Endeffekt mache jede Hilfeleistungszone sowieso, was sie wolle. Von Uniformität keine Spur. All dies sind unhaltbare Vorgaben und außerdem sei man unterfinanziert, so Gilbert.

Er nennt noch ein anderes Beispiel. Immer müsse ein Unteroffizier anwesend sein, Geld für seine Ausbildung gebe es aber nicht. Das seien unmögliche Arbeitsbedingungen. Und dann werde man auch noch von einem flämischen Minister der Inkompetenz beschuldigt, der keine Ahnung habe wie es auf dem Terrain aussieht. Die Meinung der Frankophonen Offiziere werde schlicht und ergreifend ignoriert.

Volker Krings - Bild: Stephan Pesch/BRF

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