112 Kids: Notrufzentrale startet Infokampagne für Kinder

In Notsituationen kann schnelles Handeln Leben retten. Dazu gilt mittlerweile europaweit die kostenlose Hotline 112. Durch eine landesweite Infokampagne sollen nun auch Kinder diese Nummer und die richtige Vorgehensweise im Notfall lernen. Sie wurde Donnerstagvormittag in der Grundschule Kettenis vorgestellt.

112 Kids: Neue Kampagne der Notrufzentrale für Kinder - mit Informationstruck

Dass auch Kinder im Notfall Leben retten können, hat letztes Jahr Shayan aus Spa bewiesen. Auf seiner Geschichte basiert die neue Kampagne der Notrufzentrale 112. Mit einem Anruf rettete der Sechsjährige seiner Mutter das Leben.

Damit in Zukunft auch andere Kinder so heldenhaft wie Shayan Leben retten können, hat das föderale Innenministerium eine Infokampagne für alle Primarschüler in Belgien ins Leben gerufen. Dazu wurde ein LKW mit Infomaterial ausgestattet und Unterrichtsmaterialien entworfen – in allen drei Landessprachen.

„Konkret sieht das so aus, dass wir an drei Standorten in Belgien mit diesem Truck den Start der Kampagne ausrufen“, erklärt DG-Bildungsminister Harald Mollers. „Ab morgen werden alle Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft das Informations- und pädagogische Material zugeschickt bekommen. Wir werden das auch über den Bildungsserver zugänglich machen. Und so ähnlich geschieht das auch in der Französischen Gemeinschaft und in Flandern.“

Damit die Kinder behalten, was im Notfall zu tun ist, sind Mitarbeiter der Notrufzentralen mit dem Truck unterwegs und erklären, worauf es ankommt. Einer von ihnen ist Christophe Huppertz, der in der Notrufzentrale Lüttich arbeitet.

„Ganz wichtig für uns ist, als erstes die Adresse herauszufinden. Wenn wir einmal die Adresse haben, dann wollen wir natürlich wissen, was passiert ist“, erklärt Christophe Huppertz. Die Mitarbeiter bitten die Anrufer, die Geschehnisse zu schildern. „Damit wir uns ein Bild machen können, welchen Rettungsdienst wir hinschicken: Notarzt und Rettungswagen, nur den Rettungswagen oder die Feuerwehr.“

„Gegebenenfalls geben wir auch den Anrufern Tipps, wie man die Zeit überbrücken kann, bis der Rettungsdienst da ist. Damit man den Patienten auch helfen kann“, so Huppertz.

Mittlerweile ist die Notrufzentrale in Lüttich rund um die Uhr mit deutschsprachigen Mitarbeitern besetzt, die im Notfall weiterhelfen. Nach dem Anruf dauert es zwischen fünf und 15 Minuten, bis die Rettungsdienste vor Ort sind.

ake/km - Bild: Anne Kelleter/BRF