Für mehr grünen Strom: Ausbau der Ostschleife zur Hälfte abgeschlossen

Mehr "grüner" Strom soll her. So haben es sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf die Fahnen geschrieben. Exemplarisch tut sie das mit der "Europäischen Woche für nachhaltige Energie". Insofern ist es kein Zufall, dass der belgische Stromnetzbetreiber Elia gerade jetzt über die Fortschritte beim Ausbau der sogenannten "Ostschleife" informiert.

Wenn man durch die Gemeinden Amel, Bütgenbach oder Weismes fährt, kann man sie förmlich wachsen sehen die sogenannte „Ostschleife“, die „Boucle de l’Est“. Auf den ersten Blick vielleicht noch nicht so sehr von der Leistung her, um die es hier geht, aber in die Höhe: Die neue Masten – teils sind es zweibeinige Betonmasten – sind zwölf Meter höher als die bisherigen.

Der Stromnetzbetreiber Elia lässt das Hochspannungsnetz zwischen Bütgenbach und Trois-Ponts verstärken, um weitere Projekte im Bereich der erneuerbaren Energie anschließen zu können. „Zur Zeit ist das Netz dafür zu schwach. Und es gehört zu unseren Aufgaben, dafür zu sorgen, dass Belgien über einen höheren Anteil an erneuerbarer Energie verfügen kann“, erklärt Sophie De Baets, Sprecherin des Stromnetzbetreibers Elia.

Zur Zeit werden die Masten für die Freileitung auf Höhe des Windparks bei Weismes ersetzt. Die ersten beiden Abschnitte sind schon in Betrieb, nämlich die Abschnitte von den Umspannwerken in Amel und Bütgenbach zum Abzweigpunkt Stephanshof. „Wir liegen voll im Zeitplan. Das liegt am günstigen Wetter und die beteiligten Unternehmen haben das Ihre dazu getan“, so Nicolas Blanpain, Projektleiter bei Elia.

Überirdische Leitungen wurden nicht von allen begrüßt

Dabei wird einiges bewegt. Für die schweren Maschinen mussten Zufahrtswege geschaffen werden – und nicht alle waren glücklich darüber, dass die neue, verstärkte Leitung überirdisch verlegt wird statt unter der Erde. Vor allem die Gemeinde Malmedy hat sich dagegen gewehrt, dass die Leitungen in Wohngebieten weiterhin über der Erde bleiben. Sie hatte sogar vor dem Staatsrat geklagt – das sei aber vom Tisch, hieß es am Dienstag. Am Mittwoch gebe es ein Gespräch zwischen Netzbetreiber Elia und der Gemeinde Malmedy, um die Arbeiten auf deren Gebiet einvernehmlich in Angriff nehmen zu können.

Auch die Gemeinde Bütgenbach hätte gerne gesehen, wenn zumindest ein Teil der Leitungen unterirdisch verlegt worden wäre, sagt Bürgermeister Emil Dannemark. „Insbesondere im Wohngebiet – ich weiß, es sind nur 145 Meter – sind die Betroffenen etwas im Nachteil. Aber man muss ja das Ganze sehen und die Arbeiten als solches sind sehr positiv verlaufen. Das möchte ich auch dick unterstreichen. Die Zusammenarbeit mit Elia und den Verantwortlichen war sehr gut“, so Bürgermeister Emil Dannemark.

Windpark zwischen Halenfeld und Honsfeld

Letztendlich waren es ja auch die Gemeinden, die auf einen Ausbau der Ostschleife gedrängt haben. Die Gemeinde Bütgenbach war mit dem Windpark auf Roderhöhe ganz vorne mit dabei. Im Moment sei die Gemeinde Bütgenbach zwar nicht so sehr fragende Partei, wie Emil Dannemark erklärt. Dafür umso mehr die beiden Nachbargemeinden Büllingen und Amel, die einen gemeinsamen Windpark zwischen Halenfeld und Honsfeld planen.

„Für uns Gemeinden ist es von ganz großer Wichtigkeit, dass die Hochspannungsleitungen ausgebaut werden, damit wir unsere grüne Energie denn auch einspeisen dürfen“, erklärt Amels Bürgermeister Klaus Schumacher. Daneben gibt es andere, private Erzeuger von erneuerbarer Energie und nicht zuletzt die vielen Nutzer von Photovoltaikanlagen, die ihren überschüssigen Strom ebenfalls ins Netz abgeben wollen…

sp/mg - Bilder: Stephan Pesch

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