Abrini bei Rekonstruktion des Anschlags am Brüsseler Flughafen dabei

Die Polizei- und Ermittlungsbehörden haben am Donnerstagabend den Ablauf der Anschläge vom 22. März nachgestellt. Bei der Rekonstruktion war auch Mohamed Abrini anwesend. Die Operationen waren von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Im Anschluss gab die Polizei keinerlei Einzelheiten bekannt.

Rekonstruktion der Anschläge in der Rue Max Roos in Schaerbeek (19.5.2016)

Rekonstruktion der Anschläge in der Rue Max Roos in Schaerbeek (19.5.2016)

Die Rekonstruktion lief in zwei Etappen ab. Am Donnerstagnachmittag erst der Auftakt in der Rue Max Roos in Schaerbeek, wo die Attentäter ihre letzte Nacht verbracht hatten. Von dort aus hatten die Terroristen ein Taxi gerufen, das sie dann zum Flughafen fuhr. Nach Medieninformationen zeigte Mohamed Abrini den Ermittlern, wie er sich zusammen mit seinen zwei Komplizen auf den Anschlag vorbereitet hatten – wie sie unter anderem die Bomben scharf gemacht haben.

Am Abend wurden dann auch die Ereignisse im Flughafen nachgestellt. Diese Rekonstruktion fand in der Abflughalle statt, begann deswegen erst um 22:00 Uhr, um den Betrieb nicht zu stören. Unter anderem wurde ein größerer Bereich der Halle mit Planen abgehängt, um neugierige Blicke zu vermeiden.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Abrini konstruktiv  mit den Polizei- und Justizbehörden zusammengearbeitet. Die Rekonstruktion dürfte zudem letzte Zweifel daran ausgeräumt haben, dass es sich bei Abrini tatsächlich um den „Mann mit Hut“ gehandelt hat. Offen war aber noch die Frage, warum sich Abrini nicht wie seine Komplizen in die Luft gesprengt hat. Ob die Frage jetzt beantwortet werden konnte, ist noch offen.

Roger Pint - Bild: Thierry Roge/BELGA