Kostenlose Jodtabletten für alle Belgier?

Die Föderalagentur für Nuklearkontrolle (Fank) empfiehlt, kostenlos Jodtabletten an alle Bürger des Landes zu verteilen, um sich im Falle eines Atomunfalls besser vor radioaktiven Strahlen zu schützen - bei den Politikern stößt der Vorschlag auf unterschiedliche Reaktionen.

Jodtabletten

Illustrationsbild: Hannibal Hanschke/EPA

Das sei eine wissenschaftliche Empfehlung und keine politisch motivierte, betonte der flämische Grünen-Abgeordnete Kristof Calvo. Er forderte damit die Regierung auf, die Empfehlung umzusetzen. Ähnlich äußerte sich die CDH-Fraktionssprecherin in der Kammer, Catherine Fonck.

Sie erinnerte daran, dass schon im März 2015 der nationale Hohe Gesundheitsrat (CSS) eine ähnliche Empfehlung ausgesprochen hatte. Damals legten die Wissenschaftler nahe, Jodtabletten an alle Menschen kostenlos zu verteilen, die in einem Radius von 100 Kilometern um ein Atomkraftwerk wohnen. Daraufhin hätten sich Gesundheitsministerin Maggie De Block und Innenminister Jan Jambon die Zuständigkeiten so lange gegenseitig zugeschoben, bis das Thema im Sande verlaufen sei. Nichts sei geschehen.

Auch Innenminister Jambon reagierte am Freitagabend noch auf den neuen Vorschlag. Die Verteilung von Jodtabletten an alle Belgier sei nur ein Vorschlag von vielen, ließ Jambon über einen Sprecher ausrichten. Eine Entscheidung werde die Regierung in den kommenden Wochen fällen.

Zurzeit werden Jodtabletten in Belgien kostenlos allen Bürgern zur Verfügung gestellt, die in einem Radius von 20 Kilometern um ein Atomkraftwerk wohnen.

Kay Wagner - Illustrationsbild: Hannibal Hanschke (epa)

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