Noch nie so viele Sozialhilfeempfänger in Belgien

Etwa 115.000 Menschen in Belgien leben von Sozialhilfe – so viele wie noch nie. In den vier ersten Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Bezieher um zehn Prozent gestiegen. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Grund dafür sind die schärferen Regeln beim Arbeitslosengeld.

ÖSHZ

Es ist wie eine Kettenreaktion: Weil die Föderalregierung den Zugang zum Arbeitslosengeld verschärft hat, sind jetzt mehr Menschen auf die Sozialämter in den Kommunen angewiesen. Alleine seit Beginn des Jahres haben mehr als 21.000 Arbeitslose ihren Anspruch auf staatliche Unterstützung verloren. Darunter befinden sich zahlreiche Jugendliche, die keine sogenannte Berufseingliederungszulage mehr erhalten.

An den Städten und Gemeinden sind die Änderungen beim Arbeitslosengeld nicht spurlos vorbeigegangen: Die ÖSHZ müssen sich nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn um knapp 10.000 Menschen mehr kümmern – Tendenz steigend. Was viele Kommunen über kurz oder lang vor finanzielle Probleme stellen dürfte.

Die Föderalregierung ist sich dessen bewusst. Sozialminister Willy Borsus (MR) will fast 28 Millionen Euro Soforthilfe für die Städte und Gemeinden im Land bereitstellen. Damit wäre die Blutung zwar gestoppt, die Wunde aber lange noch nicht geheilt. Auch in den kommenden Monaten werden Menschen durch die verschärften Regeln ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren. Das heißt: Die Sozialämter in den Kommunen müssen sich auf neue “Kundschaft“ einstellen. Mehr Sozialhilfe und mehr Personal, das kostet natürlich mehr. Um den Gemeinden unter die Arme zu greifen, will die Föderalregierung – genau wie das Koalitionsabkommen es vorsehe – den Anteil der föderalen Mittel bei der Sozialhilfe erhöhen, sagt Willy Borsus.

In vielen Kommunen wächst trotzdem die Angst vor finanziellen Engpässen. Denn auch die Flüchtlingskrise wird bald bei ihnen zu spüren sein. Viele Asylbewerber aus Kriegsgebieten werden in den nächsten Monaten die offizielle Anerkennung als Flüchtling in Belgien erhalten. Finden sie keinen Job und keine Wohnung, dann müssen die ÖSHZ helfen, was zusätzliche Kosten verursachen wird. Julien Van Geerstom, der Chef der föderalen Integrationsbehörde, meint: “Arbeitslose und Flüchtlinge bei den ÖSHZs zu parken, kann nicht die Lösung sein“. Die Kommunen müssten ebenfalls die Möglichkeit und die nötigen Druckmittel erhalten, diese Menschen besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Alain Kniebs - Archivbild: Siska Gremmelprez (belga)

18 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Tja, das sind die Früchte all der Wähler, die rechtspopulistische Parteien in Belgien gewählt haben. Ausländerfeindlichkeit und neoliberalistisches „Ich-bin-mir-der-nächste“ Gedankengut tun unserer Gesellschaft eben nicht gut. Hoffentlich endet Belgien nicht so wie Deutschland im Merkelanischen Raubkapitalismus, wo man den Niedergang Deutschlands an jeder Straßenecke, jedem verfallenen Bahnhof, den Millionen von Obdachlosen, Zwangsarbeit bei Billigleihfirmen, Umweltzerstörung usw. mehr als deutlich erkennen kann.

  2. Anja Wotschke

    viele würden wohl viel lieber einer geregelten arbeit nachgehen mit einem einkommen wo es sich auch auskommen läßt um ja nicht vom sozialamt oder arbeitslosem abhängig zu sein…..vor allem so manches amt wirft ja einem vor man würde nicht genug unternehmen um in arbeit zu kommen, nur bei vielen firmen heißt es abitur haben – zig jahre berufserfahrung vorweisen und natürlich auch noch jung dazu sein…..aber viele ältere können kein abitur vorweisen – das von dazumals ist mit dem heutigen nicht vergleichbar – berufserfahrung ja aber dann passt das alter nicht und nicht zu vergessen, es gibt auch so manche die gar nicht dran denken sich eine arbeit zu suchen, man bekommt es ja vom sozialamt oder arbeitslosenamt – wobei beim letzteren seit jahren grenzen gesetzt sind und beim ersteren – wozu gibts denn artikel 60 ?

  3. Angela Kerstges

    Ja, Frau Wotscke, genauso wie Sie es dargestellt haben, ist es auch mir ergangen, nur gesellte sich noch ein Faktor zu, nämlich „zu teuer“

  4. Anja Wotschke

    ja, frau kerstges das hab ich natürlich vergessen zu erwähnen, bzw hatte auch keine zeilen mehr dafür über – denn es ist ja eine tatsache dass ältere arbeitnehmer um einiges teurer sind wie die ganzen jungspunde die vllt gerade von der uni kommen oder vllt die lehre beendet haben, wobei, bei den letzteren – viele lehrlinge werden ja nach ende der lehrzeit gar nicht in ein festes arbeitsverhältnis übernommen weil auch diese dann ja teurer sind und andere erhalten keinen job weil die überqualifiziert sind, kenne des per zufall durch einen guten bekannten der wegen überquali keine neue stelle bekam weil er deswegen ja auch zu teuer gewesen wäre

  5. Georg Kremer

    Das ist ja bemerkenswert, was Sie so schreiben, Frau Kerstges & Frau Wotschke. Könnte man sie beide nicht mal zu einem Streitgespräch einladen, damit sie uns die Probleme der Welt erklären? „Angela zu Gast bei Anja“ oder s. ä.

  6. Angela Kerstges

    Sehr geehrter Herr Kremer! Als Erstes gehe ich davon aus, dass Sie sowohl Frau Wotscke als auch mich, gelinde gesagt, nicht ganz „ernst nehmen“. Zweitens, sofern Sie die weibliche berufliche Beschäftigung so sehr interessiert, hätten Sie sich ja auch bedeutend früher für, einerseits, Mutter andererseits Berufstätigkeit engagieren können, um beides „unter einem Hut“ zu bekommen.

  7. rud Nicklas

    Wotschke-Kerstges , DAS Traumduo der Foren in den ostbelgischen Medien schlechthin . . .
    nullahnung…..aber: zujedemthemaeineaussageundabsoluterechtschreiblosigkeitzeichnensieaus!!!

  8. Anja Wotschke

    werter herr kremer, dann können sie sich glücklich schätzen keine kinder bekommen zu haben, also nicht so wie frauen es tun und meinereins selbst hat von diesen 5e und eines davon behindert – wie man denn nun des alles zusammen unter einen hut bekommen soll – zum einem frühförderung des behinderten kindes – betreuung der weiteren kinder und beruf – ist dann wohl eine kunst für sich…..seien sie doch als mann froh keine kinder in dem sinn bekommen zu können und vllt auch in so mancher situation von mangelnder schulbildung von dazumals und heute zu sein sprich abi damals und heute ist nicht gleich…..und nat so vielem mehr – sie als mann haben es ja so einfach über mütter und frauen so einfach her zu ziehen ohne die genauen hintergründe der einzelnen zu wissen also bitte….

  9. Marcel Scholzen (Eimerscheid)

    Es war eine rein popolistische Massnahme, die Arbeitslosenunterstützung zu beschränken und die Hilfesuchenden dann an die ÖSHZ zu verweisen. In beiden Fällen muss der Steuerzahler dafür aufkommen. Diese Massnahme war reines Schattenboxen. Hat die Realitäten nicht verändert und war nichts anderes als ein Zeichen der Hilfslosigkeit. Sollte nur davon ablenken, dass die Politik nicht über ein tragfähiges Konzept der Wirtschaftspolitik verfügt.

    Wenn man Menschen, die jahrelang gearbeitet und Sozialbeiträge gezahlt haben, und anerkannte Flüchtlingen, die noch nicht gearbeitet haben und in die Sozialkassen eingezahlt haben, zum ÖSHZ schickt, muss man sich fragen, was es dann überhaupt noch nutzt zu arbeiten. Das ist eine nicht akzeptable Gleichmacherei und durchaus ein Angriff auf den Gedanken einer Leistungsgesellschaft, wo man versucht sich mittels Leistung „nach oben“ zu arbeiten.

  10. Angela Kerstges

    Betreff „Niclas: Sie können mich mal!!!
    Betreff Frau Wotscke, volle Zustimmung!

  11. Jean-Pierre DRESCHER

    Der Versuch Frau Kerstges und Frau Wotschke hier lächerlich zu machen ist armselig und lächerlich.

  12. Mario Meis

    Hey, Herr Drescher, Sie können mal richtig nett sein .
    Sie haben vollkommen,haarstäubend ist das, was ich da lesen muß.
    Aber was machen Sie, wenn es um politische Themen geht?
    Das Können sie auch besser machen !!1
    Jeder kann hier seine Meinung äußern, egal ob sie einem passt oder nicht.
    Auch die Rechtschreibung ist doch egal,hauptsache, man begreift , was gemeint ist.
    Was die Richtigkeit der Rechtsschreibung abgeht, hat das Frau Wotschke an anderer Stelle erklärt, warum das nicht besser geht.
    Einen gesegneten Sonntag wünscht
    Mario Meis

  13. Helene Huber

    JPD
    meinen Sie nicht, dass die Kommentare dieser Damen sie meistens mehr lächerlich machen als so mancher „kritische“ Kommentator, der seinen Kindern bzw. Enkeln ggf. erklären muss, warum diese Aneinanderreihung von Buchstaben keiner Regel unterliegen und dass das nichts mit der deutschen Grammatik und Sinngebung zu tun hat ? Es ist doch größtenteils eine echte Zumutung, was hier auf die Leserschaft losgelassen wird . ., oder soll man das Ganze unter dem Sammelbegriff – soziale Inklusion – laufen lassen ??

  14. Angela Kerstges

    Sehr geehrte Frau Helene Huber!

    Das lassen Sie mal bitte meine „Sorgen“ sein, ob z.B. „meine Kommentare“ mich lächerlich machen oder nicht! Jedoch seien Sie beruhigt, betreff z.B. Themenauswahl oder Rechtschreibung bin ich in „guten Händen“, die akzeptiere ich übrigens freiwillig! Hier vielleicht ein Vorschlag zur Nachahmung für Sie gedacht! Sind Sie in der Lage, Ihre eigene Biografie zu verfassen? Ich war es! Selbstverständlich verseht es sich von selbst, dass „gewisse sehr intelligente Menschen“ diese auch diskreditiert haben, war auch in unseren Breitengraden nicht anders zu erwarten.
    Noch ein Hinweis, auch Sie werden mit Sicherheit festgestellt haben, welches Publikum „Ostbelgien Direkt“ leider als „intelligente Menschen“ als Schreiber zählt, mit Verlaub, ich erlaube mir jedoch mich in eine andere Stufe einzustufen, da nachweislich größtenteils meine Rechtschreibung fehlerfrei ist.

  15. Peter Schallenberg

    Liebe Mitforisten,
    liebe BRF- Redaktion,

    läuft das hier nicht alles ein wenig aus dem Ruder? Was hat das noch mit dem Thema zu tun? Diese Privatkriege nerven und sind nur langweilg! Lesen und beachten Sie doch bitte die Richtlinien zu den Kommentaren im Bezug auf so manche unglückliche Wortwahl hier.

    Es gibt nunmal verschiedene Ansichten zu den Dingen und jeder muss das respektieren- auch Leute, die vermeintlich immer alles wissen, stets Recht haben und die Meinungen anderer lächerlich machen. Bitte, etwas mehr Gelassenheit, man kann auch einfach mal etwas unkommentiert lassen.

  16. Jean-Pierre DRESCHER

    Herr Meis, für Ihr Kompliment danke ich Ihnen. Neben aller Kritik die leider unausweichlich ist halte ich es für eben so wichtig, jemanden zu loben wenn mein Verstand dies mir sagt. Ich weiß es ist nicht das angenehmste für uns, sich gegen den Strom zu stellen um z. B. die Gefahr des Wiederauflebens des Nationalsozialismus zu bekämpfen. Ich sehe aber leider genau diese gesellschaftliche Aufgabe für uns, das zu tun, auch wenn ansonsten die politische Neutralität unser Credo sein sollte. Generell gehört es zum guten Ton, nicht seine Gegner mit Namen persönlich in der Öffentlichkeit fertig zu machen sondern indirekt ohne persönliche Ressentiments Dinge klarzustellen. Und genau deshalb finde ich sagt die versuchte Verunglimpfung der beiden Kommentatorinnen sehr viel über den aus, der sie öffentlich hier verunglimpft. So etwas schickt sich einfach nicht.

  17. Anja Wotschke

    werte frau huber, auch zu ihnen, es dürfte sie in keinster weise interessieren wie ich meine kommentare verfasse – die hauptsache gilt wo der, dass man seine meinung zum thema äussert und diese vllt ja AUCH VOM EINEM ODER ANDEREN auch so verstanden wird ohne verbal attakiert zu werden und mir ist es ehrlich gesagt wurscht wenn ich mich vllt da auch lächerlich mache, denn auch von ihnen lass ich mir meine meinung nicht nehmen und sorry wenn ich nicht SO PERFEKT WIE SIE BIN in der rechtschreibung und der grammatik !

  18. Redaktion

    Da die Kommentare nicht mehr das Thema des Artikels im Fokus haben, beenden wir die Diskussion.