Polizeiprotest: Eine Woche lang keine Strafzettel?

Protestaktion der Polizeigewerkschaften: Da die Gespräche über eine neue Pensionsregelung bisher ergebnislos geblieben sind, wollen die Gewerkschaftsmitglieder nun auf das Ausstellen von Strafzetteln verzichten.

Knöllchen

Bild: BRF

Die Polizeigewerkschaften rufen ihre Mitglieder auf, eine Woche lang keine Strafzettel auszustellen. Ab Dienstag soll die Protestaktion starten. Die Beamten wehren sich weiterhin gegen eine neue Pensionsregelung, nach der verschiedene Polizisten länger arbeiten müssen.

Die Gespräche mit den beiden Regierungsbildnern Peeters und Michel in dieser Frage seien zwar positiv verlaufen, jedoch gebe es noch kein definitives Entgegenkommen, heißt es bei den Polizeigewerkschaften. Nach der Gewerkschaftsempfehlung solle jeder Beamte selbst entscheiden, ob und wann er darauf verzichtet einen Strafzettel auszustellen.

Die Aktion soll jedoch nur leichte Übertretungen betreffen. Festinstallierte Geschwindigkeitskontrollen würden ohnehin weiter ‚blitzen‘.

belga/vrt/okr - Bild: BRF

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5 Kommentare
  1. Egon Scholzen

    Bei allem Respekt, wenn man Krankenschwestern, Sanitätern, Feuerwehrleuten, oder anderen Berufen im Schichtdienst(Briefträgern, Fabrikarbeitern oder Winterdienst Gemeinde/Staat etc.) zumutet länger arbeiten zu müssen(Lehrer…) können Polizisten kein Mitleid der Öffentlichkeit erwarten. Jeder hat seinen Beitrag zu leisten, damit auch noch unsere Kinder und Enkelkinder einen würdigen Ruhestand geniessen können. Diejenigen, die schon jetzt zu Streiks und Protesten aufrufen, haben noch nicht verstanden worum es geht : die Zukunft sichern für nachfolgende Generationen. Wir alle wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Alle Wohltaten der letzten Jahrzehnte wurden durch Schulden finanziert, die unsere Kinder und Kindeskinder zurückbezahlen werden müssen.

  2. Tom Deckers

    Stimme Ihnen zu Herr Scholzen, nur sehen die Kinder und Kindeskinder nicht ein, die Schulden ihrer Eltern zurückzuzahlen.

  3. Peter Norml

    Ich wünsche mir eine Polizei und Justiz, die mit Freude ihre Arbeit für die Gesellschaft erledigen kann! Eine durchweg unterfinanzierte und Arbeitszeit- oder/und Lohnfrustrierte Polizei ist alles andere als produktiv für unsere Gemeinschaft! Wir dürfen doch auch eines nicht vergessen: Die Beamten müssen einen Großteil ihrer Zeit und Arbeit in der unmittelbaren Nähe des „Gesellschaftlichen Enddarms“ erledigen – ich wollte dafür auch besondere Konditionen! Das ist ein „Scheiß-Job“ – und wer den gegenüber dem Wohle der Gesellschaft gewissenhaft ausführt hat meinen höchsten Respekt und volle Unterstützung!
    Wir als Gesellschaft und insbesondere die Politik als unsere legeslativen Vertreter sollten sich mit den Ideen solcher „Spinner“ wie Kofi Anan, dem Münsteraner Polizeipräsident Hubert Wimber, den Proffesoren Paul de Grauwe und Jan Tytgat (Uni Leuven) und Tom de Corte (Uni Gent), oder auch mir 😉 auseinandersetzen um dem Justizapparat mehr Luft und Geld zu verschaffen – wer suchet der findet.

  4. Yves Tychon

    Kann man sich auf der Zunge zergehen lassen: Um den Staat (=Arbeitgeber) unter Druck zu setzen, soll also der gewerkschaftlich organisierte Polizist keine Strafzettel ausstellen, mit deren Erlös selbiger Staat – auf Umwegen – dem Polizeibeamten sein Gehalt bezahlt. Genau so gut könnte eine Delhaize-Kassiererin die Kundschaft „für lau“ durchwinken, um die unverschämte Firmenleitung abzustrafen!

  5. Alexander Hezel

    Zwei etwas überzogene aber dennoch berechtigte Fragen:
    – Kann man einem Bejahrten (beispielsweise über 60 Jahre) noch zumuten, Verbrecher zu jagen und für die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Bürger zu sorgen?
    – Was würde Otto Normalverbraucher sagen, wenn ihm am Ende seiner langen Karriere angekündigt wird, dass er jetzt länger arbeiten muss, also dass eine ursprüngliche arbeitsvertragliche Vereinbarung einseitig über den Haufen geworfen wird?

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