Polemik um Weihnachtsbaum auf der Brüsseler Grand’Place

In diesem Jahr verzichtet die Stadtverwaltung in Brüssel auf die meterhohe Tanne aus den Ardennen. Stattdessen wird es eine riesige Lichtinstallation geben. Der Protest hat sich bereits formiert: Mehr als 12.000 Brüsseler fordern im Internet einen echten Tannenbaum.

Grand'Place: Der gute alten Weihnachtsbaum wird 2012 fehlen

Grand'Place: Der gute alten Weihnachtsbaum wird 2012 fehlen

Während sich die Regierungsparteien in Brüssel weiter streiten und immer noch auf der Suche nach der zündenden Idee für den Haushalt 2013 sind, beschäftigt die Menschen in der Hauptstadt ein ganz anderes Thema: der Weihnachtsbaum auf der Brüsseler Grand’Place … beziehungsweise der nicht vorhandene Weihnachtsbaum.

Denn der gute alte Weihnachtsbaum hat ausgedient. Stattdessen wird im Dezember eine 20 Meter hohe Lichtkonstruktion auf der Brüsseler Grand’Place erstrahlen – mit begehbarer Plattform in luftiger Höhe und Rundumblick auf die Altstadt.

Doch von dem modernen Kunstwerk wollen die Menschen in Brüssel nichts wissen und fordern ihren echten Tannenbaum zurück. Innerhalb von nur zwei Tagen haben sich über 12.000 Brüsseler dem Protest im Internet angeschlossen.

„Was soll ich meinen Kindern jetzt zeigen?“, fragt Olivier, der Gründer des Online-Protests. „Einen Metall-Turm mit kleinen, bunten Lichtern? Das hat doch nichts mit Weihnachten zu tun. Wir wollen unseren guten, alten Tannenbaum zurück!“ Im Internet machen Gerüchte die Runde, wonach Islamisten Druck auf die Brüsseler Stadtverwaltung ausgeübt hätten, um die christlichen Symbole vom Weihnachtsmarkt zu verbannen.

„Absoluter Unfug“, sagt Brüssels Tourismus-Schöffe Philippe Close. Die Stadt habe Künstler gebeten, das Symbol Weihnachtsbaum zu überdenken und etwas Neues, etwas Modernes zu schaffen. Die Stadt Brüssel versichert: Die christlichen Symbole wird es weiterhin geben, beispielsweise die große Krippe auf der Grand’Place. Über den ganzen Weihnachtsmarkt verteilt wird es weiterhin echte Weihnachtsbäume geben.

Anfang Dezember startet in Brüssel Belgiens größter Weihnachtsmarkt. Im vergangenen Jahr hat er über 1,5 Millionen Besucher angezogen.

Archivbild: Benoit Doppagne (belga)

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3 Kommentare
  1. Edgar Brodel

    Ein weiteres Symbol des christlichen Weihnachtsfestes der Weihnachstbaum muss weichen! In welchem Land leben wir? Das Christentum wird dem Kapitalismus geopfert – ganz armes Belgien.

  2. Erika Lambertz

    Ob nun ein Weihnachtsbaum oder eine Lichterkonstruktion den Brüsseler Weihnachtsmarkt ziert, ist in meinen Augen zweitrangig. Ich stelle mir vielmehr die Frage, was generell aus dem Weihnachtsfest geworden ist. Jesus Christus ist schließlich nicht auf diese Erde gekommen, um uns ein kuscheliges Fest mit jeder Menge Deco, kostspieligen Geschenken und einem üppigen Essen zu bescheren, sondern um verlorene Menschen wieder in die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott zu führen. Vielleicht sollten wir uns darüber wieder einmal mehr Gedanken machen.

  3. Robert Frauenkron

    Mit dieser Entscheidung keinen Weihnachtsbaum zu Weihnachten auf dem Grand Place aufzustellen, sieht der normale Bürger, wie viel Hirn manche Politker von Bruxelles haben, besonders Brüssels Tourismus-Schöffe Philippe Close. Belgien – quo vadis? und solche Typen werden noch gewählt?

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