Wathelet: Electrabel blufft mit Drohung wegen Tihange

Das Unternehmen droht damit, die Anlage doch wie ursprünglich vorgesehen im Jahre 2015 abzuschalten, zusammen mit den beiden AKW in Doel.

Das Kernkraftwerk in Tihange

Kernkraftwerk in Tihange

Nach jahrelangem Hin und Her hat die Regierung gestern den langersehnten Ausstiegsplan aus der Atomenergie festgelegt.

Und so sehen die Kernpunkte aus: Die Kraftwerke Doel I und Doel II werden im April 2015 heruntergefahren. Nur der Reaktor Tihange I bleibt zehn Jahre länger am Netz – um eventuelle Bevorratungsprobleme mit Strom zu vermeiden.

2025 ist dann endgültig Schluss mit der Atomenergie. Außerdem muss Betreiber Electrabel künftig den anderen Energieversorgern ein Fünftel des günstigen Atomstroms zum Einkaufspreis zur Verfügung stellen. Das soll die Strompreise nach unten drücken.

Electrabel und der französische Mutterkonzern GDF Suez haben schon Protest angemeldet: Die Föderalregierung halte sich nicht an ihre Abmachungen. Deswegen werde der Konzern den Reaktor Tihange I bereits 2015 schließen. Der Energieversorger will damit den Druck erhöhen und die Bevorratungssicherheit gefährden.

Die Regierung zeigt sich unbeeindruckt: Durch den Atomausstiegsplan bestehe jetzt Rechtssicherheit. “Electrabel blufft“, sagt Staatssekretär Melchior Wathelet. Und: Dem Konzern gehört nur die Hälfte von Tihange. Möglicherweise seien andere Stromversorger an dem Kraftwerk interessiert.

vrt/rtbf/jp - Bild: belga

Ein Kommentar
  1. Jürgen Margraff

    Wohlweislich ist dieser Aspekt erst behandelt worden als BHV in trockenen Tüchern war, die Grünen hätten ja sonst ein Druckmittel gehabt!
    Schlau eingefädelt, ich hoffe nur das die dafür Verantwortlichen irgendwann die Zeche für den Coup zahlen müssen, auch wenn ich das bezweifele…