Die Route der Menschenschmuggler soll laut Staatsanwaltschaft über Nordfrankreich geführt haben. Von dort seien die Opfer dann in den Kofferräumen von Autos, in Verstecken in LKW oder auch per Schlauchboot ins Vereinigte Königreich transportiert worden. Die Bande soll in Antwerpen und auch in den Flüchtlingslagern an der französischen Küste regelrechte Stützpunkte für ihre Aktivitäten unterhalten haben. Eine andere Schleuserroute soll über den Balkan und Osteuropa nach Deutschland und Österreich geführt haben.
Bei den geschmuggelten Menschen soll es sich vor allem um Männer gehandelt haben, aber auch Frauen und sogar Kleinkinder seien illegal über den Kanal gebracht worden. Die Opfer mussten dafür jeweils Tausende Euro an die Schleuser zahlen, außerdem seien sie körperlich misshandelt und sexuell missbraucht worden, um an Geld zu kommen. Die zum Teil minderjährigen Opfer seien dabei von den Tätern auch gefilmt worden. Auf anderen Videos der Bande seien auch Waffen wie Sturmgewehre zu sehen.
Die Köpfe der Bande sollen so pro Monat jeweils bis zu 15.000 Euro verdient haben.
Die Antwerpener Staatsanwaltschaft fordert insgesamt 230 Jahre Gefängnis für die 31 Männer und die Beschlagnahmung von drei Millionen Euro aus ihren kriminellen Machenschaften.
Boris Schmidt