Die Schalter der Brüsseler Friedensgerichte werden wegen erheblichen Personalmangels künftig an zwei Tagen pro Woche geschlossen bleiben. Das haben die Präsidenten der Gerichte Erster Instanz in Brüssel mitgeteilt.
Von den vorgesehenen 169 Stellen sind zwar 145 besetzt, wegen Teilzeitarbeit und Krankheitsausfällen stehen jedoch nur rund 120 Mitarbeiter tatsächlich zur Verfügung. Damit fehlt fast ein Drittel des benötigten Personals der französisch- und niederländischsprachigen Gerichte Erster Instanz in Brüssel.
Der Personalmangel gefährdet nach Angaben der Gerichtspräsidenten den reibungslosen Betrieb der Friedensgerichte. Besonders betroffen sei die Betreuung von Personen, die unter gerichtlicher Vormundschaft stehen.
Die Gerichtspräsidenten fordern strukturelle Maßnahmen, um den Personalmangel dauerhaft zu beheben. Ein zentrales Problem seien die strengen Sprachanforderungen bei Neueinstellungen. Diese schränkten den Kreis möglicher Bewerber stark ein.
belga/mh