Acht minderjährige Randalierer, die am Freitag nach schweren Vorfällen bei einer Demonstration in Brüssel festgenommen worden waren, sind wieder auf freiem Fuß.
Jugendrichter hatten ihre Unterbringung in einer Jugendeinrichtung angeordnet. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Jugendlichen wurden freigelassen, weil in den betreffenden Einrichtungen keine Plätze verfügbar waren.
Unter den Festgenommenen war auch ein 14-Jähriger. Einige von ihnen waren unter anderem mit Molotowcocktails erwischt worden oder hatten Steine und Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte geworfen.
Die Staatsanwaltschaft kritisierte, dass die Justiz an Glaubwürdigkeit verliere, wenn selbst die Anordnungen eines Jugendrichters nicht umgesetzt werden könnten.
Auch Innenminister Bernard Quintin (MR) zeigte sich darüber empört. Damit werde das Gefühl gefördert, dass Straftaten ohne Konsequenzen blieben, kritisierte der Minister.
Quintin fordert, dass vermummte Demonstranten sofort festgenommen werden - noch bevor es möglicherweise zu Ausschreitungen kommt. Wer sich bei einer Demonstration vermumme, verstoße gegen das Gesetz, sagte Quintin dem Fernsehsender VTM Nieuws.
vrt/belga/sh/mh