Die christliche und die sozialistische Gewerkschaft haben für Freitag zu einem nationalen Aktionstag aufgerufen. Damit wollen sie Druck auf die Föderalregierung ausüben, insbesondere in puncto neue Sparmaßnahmen. Die Föderalregierung berät gerade über zusätzliche Maßnahmen zur Sanierung des Haushalts. Besonders im öffentlichen Nahverkehr ist örtlich mit starken Behinderungen zu rechnen.
Insgesamt will die Föderalregierung von N-VA-Premierminister Bart De Wever mindestens zehn Milliarden Euro zusätzlich finden. Durch diese Mehranstrengungen soll der Haushalt zumindest halbwegs in die Spur zurückgebracht werden. Allerdings streiten die Regierungsparteien auch bei dieser Haushaltsdebatte erbittert darüber, wo das Geld herkommen soll.
Man bestreite nicht, dass der Zustand der öffentlichen Finanzen einen Milliardenaufwand erforderlich mache, räumen auch die Gewerkschaften ein. Das Problem sei aber, dass die Regierung dabei immer die gleichen Menschen zur Kasse bitte. Dagegen gehe man heute auf die Straße, so Bert Engelaar von der sozialistischen Gewerkschaft. Die arbeitende Bevölkerung, die Familien, Kranken und Rentner hätten unter der aktuellen Regierung schon genug bezahlt.
Unter anderem im öffentlichen Nahverkehr muss wegen des Aktionstags am Freitag von teilweise vermutlich größeren Problemen ausgegangen werden, sowohl LeTec, die Stib und De Lijn sind betroffen. Am Flughafen Brüssel sind außerdem bereits im Vorfeld 140 Flüge gestrichen worden. Für Montag hat die sozialistische Gewerkschaft außerdem zu einem Streik im öffentlichen Dienst aufgerufen.
Boris Schmidt