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Ullens-Prozess wird bis 4. November ausgesetzt

07.10.202612:14
  • Wallonisch-Brabant
Nicolas Ullens de Schooten sitzt im Gerichtssaal, auf dem Bild ist ein Balken eingefügt worden, der seine Augen unkenntlich macht
Nicolas Ullens de Schooten beim Prozess (Bild: Virginie Lefour/Belga)

Der Schwurgerichtsprozess gegen Nicolas Ullens ist vorerst unterbrochen worden. Er soll am 4. November weitergehen. Das hat der Vorsitzende des Assisenhofs in Nivelles (Wallonisch-Brabant) am Mittwoch mitgeteilt. Ullens ist der Sohn von Baron Guy Ullens de Schooten und ein ehemaliger Mitarbeiter der Staatssicherheit. Am Dienstagabend wurde er wegen Mordes an seiner Stiefmutter schuldig gesprochen.

Myriam Ullens war die zweite Frau von Baron Guy Ullens de Schooten, dem ehemaligen Direktor der traditionsreichen Zuckerfabrik von Tienen. Am 29. März 2023 gab Guy Ullens jüngster Sohn Nicolas sechs Schüsse auf seine Stiefmutter ab. Sie überlebte den Vorfall nicht, auch sein Vater wurde dabei verletzt.

Nicolas Ullens hatte immer angegeben, dass ein Streit über Finanzangelegenheiten eskaliert sei und er im Affekt gehandelt habe. Die Verteidigung plädierte auf Totschlag, die Staatsanwaltschaft sah es jedoch als erwiesen an, dass Nicolas Ullens vorsätzlich gehandelt hatte.

Die Geschworenen mussten also entscheiden, ob Ullens die Tat mit Vorsatz begangen hatte. Sieben stimmten dafür, fünf dagegen. Der Vorsitzende Richter hielt diese Mehrheit offenbar für nicht ausreichend. Deshalb stimmten die Berufsrichter mit ab und schlossen sich der Mehrheit der Geschworenen an.

Die Verteidigung spricht von einem offensichtlichen Verfahrensfehler. Die Berufsrichter dürften sich nur beim Hauptvorwurf, also der Tötung selbst, anschließen, nicht bei erschwerenden Umständen wie hier beim Mordvorwurf. Deshalb beantragte der Anwalt, das Gericht für befangen zu erklären. Das Gericht hat nun 48 Stunden Zeit, sich zurückzuziehen. Tut es das nicht, entscheidet der Kassationshof.

Mehr zum Thema im Radio-Beitrag im Player:

vrt/belga/sh/vk

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