Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Belgier Francis Halzen. Der 82-Jährige forscht seit Jahrzehnten in den USA. Er wird für seine entscheidenden Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube ausgezeichnet. Damit wurden erstmals hochenergetische Neutrinos aus dem All nachgewiesen. Das Nobelkomitee spricht von einer völlig neuen Art der Astronomie.
Verkündet hat die Entscheidung die Belgierin Ellen Moons, seit Jahresbeginn Generalsekretärin der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Der Preis ist mit rund einer Million Euro dotiert.
Nach François Englert ist Francis Halzen der zweite Belgier, der den Nobelpreis für Physik erhält.
An der UCLouvain war die Freude besonders groß: Im vergangenen Jahr hatte die Universität noch vergeblich auf einen Nobelpreis für Halzen gehofft.
Halzen wurde 1944 in Tienen geboren. Er studierte und promovierte an der KU Löwen. Seit 1971 arbeitet er an der University of Wisconsin-Madison. Zwischendurch forschte er am CERN in Genf sowie an den Universitäten Durham und Tokio.
Neutrinos sind Teilchen ohne elektrische Ladung und mit fast keiner Masse. Sie reagieren kaum mit anderer Materie und rasen ungehindert durch Sterne und Planeten. Deshalb nennt man sie auch Geisterteilchen. Sie nachzuweisen ist extrem schwierig. Halzen nutzte dafür das Gletschereis am Südpol. IceCube ist ein Eisblock von einem Kubikkilometer Größe, anderthalb Kilometer unter der Oberfläche. Messgeräte im Eis registrieren, wenn ein Neutrino dort eine Spur hinterlässt. So lassen sich Teilchen aus den extremsten Regionen des Universums verfolgen.
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