Premierminister Bart De Wever wird nicht müde, vor dem wachsenden Druck der Finanzmärkte zu warnen. Und die jüngsten Meldungen scheinen ihm Recht zu geben. Die Zinsen auf belgische Staatsanleihen sind auf rund 4,3 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2012.
Januar 2012, das war mitten in der Griechenland-Krise. Das zeigt doch, dass die Situation angespannt ist. Resultat jedenfalls: Die belgische Staatsschuld wird teurer. Und das im Vergleich schneller als in Deutschland. Die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen liegt aktuell bei 3,6 Prozent. Der Zinsabstand ist also auf 0,7 Prozent angestiegen. Das gilt als ein Indiz für das Vertrauen der Finanzmärkte in die belgische Haushaltspolitik.
Inzwischen droht ein Zinsschneeball, ein gefährlicher Teufelskreis, denn der Staat muss dann neue Schulden aufnehmen, nur um die Zinsen für alte Schulden zu bezahlen. Insgesamt ein düsteres Omen also für die Föderalregierung, die ja derzeit über den Haushalt verhandelt. Das erhöht in jedem Fall den Druck auf die Koalition, ihr 10-Milliarden-Euro-Ziel auch wirklich zu erreichen.
Roger Pint