Der belgische Mondwagen oder Mondrover LUVMI-M ist vom Raumfahrtbetrieb Space Applications Services (kurz: SpaceApps) aus Zaventem gebaut worden und soll mit einer neuen Rakete von Amazon-Gründer Jeff Bezos zum Mond fliegen. Er soll den Südpol des Mondes erkunden. Der Rover wiegt 20 Kilogramm, kann aber auch 20 Kilogramm Instrumente transportieren und ist etwa so groß wie ein Einbaubackofen auf Rädern.
Meilenstein für belgische Raumfahrtindustrie
SpaceApps spricht von einem "wichtigen Meilenstein für die belgische Raumfahrtindustrie". Der Projektmanager und Raumfahrtingenieur Simon Vanden Bussche erklärte in der VRT, dass es das erste belgische Unternehmen überhaupt ist, das sich einen Platz an Bord einer Blue-Origin-Rakete sichern konnte.
Auf einer Test-Mondlandschaft bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Köln haben im April erfolgreiche Tests mit dem Rover stattgefunden. Die Tests gehen aber noch weiter. In einer nächsten Phase wird geprüft, ob der Rover auch die extremen Temperaturen am Südpol des Mondes und die Erschütterungen während des Starts überstehen kann.
Schwierigkeiten mit Blue-Origin Rakete
Währenddessen arbeitet Blue Origin noch an der Rakete, die den Rover ins All befördern soll. Anfang des Jahres ist die "New Glenn" - Rakete während eines Motortests auf der Startrampe explodiert. Blue Origin ist nach wie vor damit beschäftigt, die Schäden zu beheben. In Zaventem ist man aber optimistisch. "Fehlgeschlagene Starts gehören zu neuen Raketen dazu", so SpaceApps. Blue Origin habe inzwischen einige Zwischenfälle hinter sich, aus denen sie hoffentlich viel lernen konnten.
In diesem Fall wird die Mission nicht von einer der Raumfahrtbehörden finanziert, sondern privat. Allerdings hat die ESA die Entwicklung dieses Rovers teilweise mitfinanziert. Wie viel SpaceApps jetzt für den Flug mit Blue Origin bezahlt, möchte das Unternehmen nicht bekannt geben. Verläuft die Mission erfolgreich, will das Unternehmen seinen Mondrover auch langfristig vermieten.
belga/vrt/lo