Die diesjährigen Fêtes de Wallonie werden von der angespannten Haushaltslage der großen wallonischen Städte überschattet. Das gilt besonders für Charleroi. Die größte Stadt der Wallonie steht vor einem finanziellen Kollaps. Laut der Zeitung L’Echo rechnet die Stadt bereits im kommenden Jahr mit einem Defizit von fast 100 Millionen Euro.
Bürgermeister Thomas Dermine fordert die wallonische Regierung auf, die Unterfinanzierung von seiner und den anderen großen wallonischen Städten auszugleichen. 88 Prozent des Defizits aller Gemeinden entfallen auf die Großstädte, argumentiert Dermine in der RTBF.
Dabei übernehmen gerade die großen Städte grundlegende Aufgaben - von der Kinderkrippen bis hin zum Bestattungsdienst. Diese Dienstleistungen gehen weit über die Grenzen der jeweiligen Kommune hinaus. Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung sieht Dermine die Gefahr, dass nicht alle Dienstleistungen auf Dauer gewährleistet werden können.
rtbf/sh