Seit Jahresbeginn hat es in Brüssel laut dem Prokurator des Königs, Julien Moinil, bereits 69 Schießereien gegeben. 2025 seien es insgesamt 102 gewesen. Das sagte Moinil auf einer Pressekonferenz am Freitag.
Laut Moinils Einschätzung besteht die Gefahr, dass es weitere Schießereien geben wird - und er sieht die Bevölkerung in Gefahr. Er verwies auf eine Schießerei, die sich im April in Saint-Josse ereignet hatte. Dabei war ein Unbeteiligter schwer verletzt worden.
"Schon vor eineinhalb Jahren waren wir hier zu einer Pressekonferenz zum selben Phänomen versammelt, das weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft bedeutet", sagte er.
Der Prokurator gab zudem Einzelheiten zu den beiden Festnahmen bekannt, die Anfang der Woche in Saint-Gilles getätigt wurden. Dabei handelt es sich um einen Mann Anfang 20, die zweite Person ist minderjährig. Sie haben möglicherweise mit den Schießereien zu tun, die es zuvor in der Brüsseler Stadtgemeinde gegeben hatte. Bei den Festnahmen beschlagnahmten die Polizisten zwei Kriegswaffen und zwei Handfeuerwaffen.
Die jüngsten Schießereien sind laut Moinil auf eine Auseinandersetzung zwischen zwei Drogenbanden zurückzuführen. Die Polizeipräsenz auf den Straßen zu erhöhen, sei gut, aber das löse nicht das Problem, sagte Moinil. Er warte auf grundlegende Maßnahmen. Mit kleinen Maßnahmen werde man ein solch riesiges Problem nicht lösen, meint der Brüsseler Prokurator des Königs.
Er geht davon aus, dass die Gewaltwelle weitergehen wird, ehe man nicht die Köpfe der Banden, die sich im Ausland aufhielten, ausgeschaltet habe.
belga/vrt/moko