Der Dachverband der belgischen Brauer appelliert in einem öffentlichen Brief an die Föderalregierung. Hundert Brauer und etwa tausend weitere Akteure dieser Branche wehren sich gegen den neuen Slogan "Alkohol schadet der Gesundheit", der in Zukunft auf jeder Alkoholwerbung stehen soll.
"Wir unterstützen den Kampf gegen den Alkoholmissbrauch. Aber diesen Kampf können wir auch führen, ohne eine ganze Branche an den Pranger zu stellen", stellt der Verband klar. Mit dem Brief unternehmen die belgischen Brauer jetzt einen letzten Versuch, die Maßnahme zu verhindern.
Konkret müsste der Gesundheitshinweis auf allen Werbeanzeigen für alkoholische Getränke erscheinen, wäre aber für Etiketten und Verpackungen nicht verpflichtend. In dem Brief wird auch darauf hingewiesen, dass die belgische Bierkultur von der Unesco anerkannt wurde und dass Belgien nun gleichzeitig eines der ersten Länder sein würde, in denen Bier ausdrücklich als schädlich eingestuft wird.
Die Branche möchte mit der Regierung an einen Tisch kommen, um alternative Maßnahmen zu besprechen. Die Brauer betonen dabei auch weiterhin ihre Unterstützung für Initiativen wie zum Beispiel die BOB-Kampagne und wollen als "konstruktiver Partner" auftreten.
Im März hatte der Ministerrat strengere Regeln für Alkoholwerbung beschlossen. Neben dem Gesundheitshinweis geht es dabei auch um das Verbot, Alkohol kostenlos als Werbegeschenk auszugeben. Außerdem dürfen Influencer und Medien mit einem großen jungen Publikum keine Werbung mehr für alkoholische Getränke machen.
belga/lo