In der Brüsseler Gemeinde Saint-Gilles sind am Montagabend erneut Schüsse gefallen. Das hat der Bürgermeister der Gemeinde bestätigt. Demnach wurden gegen 21 Uhr mehrere Schüsse aus einer automatischen Waffe abgegeben.
Der Tatort lag erneut in der Nähe der Pizzeria, wo es bereits am Samstagabend eine Schießerei gab. Die Gäste des Lokals brachten sich unter den Tischen in Sicherheit. Verletzt wurde niemand, der Schütze konnte flüchten.
Bürgermeister Jean Spinette will die föderale Polizei und das Militär zur Unterstützung anfordern. Ein Mann habe mit einer Kalaschnikow inmitten von Kindern geschossen, sagte Spinette am Dienstagmorgen. Er sei "außer sich" und fordere dringend Hilfe.
Der Bürgermeister gab an, die Schüsse gegen 21.30 Uhr gehört zu haben und anschließend zum Tatort gefahren zu sein. Dort habe er Kinder getröstet, die auf der Terrasse einer Pizzeria saßen. Der Schütze habe sich direkt vor ihnen positioniert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga wurden am Dienstagmorgen 18 neue Einschusslöcher im Straßenbelag festgestellt. Die lokale Polizei seiner Gemeinde sei bereits am Limit und brauche dringend Verstärkung, so Spinette.
Es war bereits der dritte Tag in Folge, an dem es in Saint-Gilles eine Schießerei gab. Am Samstagabend war ein Mann dabei am Bein getroffen worden. Am Sonntagmorgen durchschlug eine Kugel das Fenster einer Wohnung. Die Bewohnerin blieb unverletzt. In der Nacht auf Montag fielen dort erneut Schüsse, zwei Verdächtige wurden festgenommen.
Die Vorfälle reihen sich in eine Serie von Schusswechseln in Brüssel ein. Auch in Molenbeek fielen in der vergangenen Nacht Schüsse. Insgesamt gab es seit Freitagabend sechs Schießereien in verschiedenen Brüsseler Gemeinden. In der Nacht auf Samstag war ein Polizeikommissariat in Anderlecht beschossen worden.
Innenminister Bernard Quintin besuchte am Dienstagmorgen das Polizeikommissariat in Anderlecht. Ein vom Bürgermeister Spinette angekündigter Besuch Quintins in Saint-Gilles wurde von dessen Kabinett allerdings dementiert.
belga/sh