Der Hohe Justizrat hat seine Besorgnis über die Tumulte nach der Urteilsverkündung im Prozess gegen Gregory Lenoci zum Ausdruck gebracht. Das Strafgericht von Namur hatte den 49-jährigen Lenoci am Donnerstag wegen versuchten Mordes an seinem Nachbarn zu 17 Jahren Haft verurteilt.
Der Vorfall ereignete sich im Juli vergangenen Jahres. Lenoci verdächtigte seinen Nachbarn, seinen sechsjährigen Stiefsohn sexuell missbraucht zu haben. Der Mann war zuvor bereits wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden. Lenoci schlug den Mann brutal zusammen, das Opfer ist bis heute pflegebedürftig.
Nach der Urteilsverkündung kam es im Gerichtssaal zu Tumulten, bei denen Freunde und Familienangehörige den Richter lautstark kritisierten. Auch vor dem Gebäude versammelten sich Anhänger von Lenoci. In sozialen Netzwerken wurden zudem Drohungen gegen die Justiz geäußert.
"Die Unabhängigkeit der Justiz bildet ein wesentliches Fundament des demokratischen Rechtsstaats", betont der Hohe Justizrat in einer Pressemitteilung. Eine Prozesspartei, die mit einer gerichtlichen Entscheidung nicht einverstanden sei, könne die gesetzlich vorgesehenen Rechtsmittel in Anspruch nehmen. Wer diese Grundsätze oder die gerichtlichen Institutionen untergrabe, gefährde den demokratischen Rechtsstaat, so der Hohe Justizrat.
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Roger Pint