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Vennbrand: Chef der wallonischen Hilfeleistungszonen zieht Bilanz

21.08.202612:41
  • Hohes Venn
  • Vennbrand
Vennbrand
Bild: Romain Rixhon/Belga

Die großen Rauchschwaden des Vennbrands haben sich mittlerweile gelegt. Zeit, erste Bilanzen zu ziehen. Auf politischer Ebene hat die Diskussion in der Kammer am Donnerstag begonnen. Wie es bei den Helfern gelaufen ist, darüber hat der Chef der wallonischen Hilfeleistungszonen im RTBF-Fernsehen berichtet.

Quentin Grégoire kommt direkt aus der Nachbarschaft der DG. Die Hilfeleistungszone, die er leitet, hat ihren Sitz in Verviers und umfasst außerdem große Teile des Wesertals. Gleichzeitig ist Grégoire aber auch Chef aller 14 Hilfeleistungszonen der Wallonie. Und in dieser Funktion war er am Donnerstag Studiogast in den Abendnachrichten der RTBF.

Wie er die Katastrophe einschätzen würde – auch im Vergleich zum Hochwasser vor fünf Jahren? Wirklich die größte Naturkatastrophe, die Belgien je erlebt habe? Aus seiner Sicht ja, bestätigte Grégoire. "So etwas hat es tatsächlich noch nie gegeben. Aus ganz Belgien sind Mitglieder von 29 Hilfeleistungszonen vor Ort, und die fünf anderen Zonen, die es gibt, haben die 29 vor Ort unterstützt. Wir hatten zehn Löschflugzeuge, die gleichzeitig geflogen sind und aus fünf verschiedenen Ländern gekommen sind." Die Mobilisierung sei also hervorragend gewesen. Das ganze Land und benachbarte Länder hätten mit vereinten Kräften gegen das Feuer gekämpft.

Auch die Unterstützung der lokalen Bevölkerung hob Grégoire ausdrücklich lobend hervor. "Was die Resilienz betrifft, hat man es ja gesehen: Die Menschen, die Landwirte, waren sofort mobilisiert und haben uns nach Kräften unterstützt, sogar mit Lebensmitteln. Vielen Dank dafür!"

Wenn es auf der einen Seite in der Praxis zwar jetzt gut gelaufen sei und man aus den Voraussetzungen das Beste gemacht habe, müssten aber auch Lehren für die Zukunft gezogen werden. Auf ähnliche Brände müsse man besser vorbereitet sein. Ein Minimum an Ausrüstung sei unbedingt notwendig, um direkt reagieren zu können, betonte Grégoire.

Unter anderem Löschflugzeuge gehörten zu so einer Minimum-Ausrüstung dazu. Ideal wäre ein Flugzeug pro Region, aber auch schon ein allererstes für das ganze Land sei wichtig. Da könne man vielleicht auch überlegen, vertraglich mit privaten Anbietern eine Lösung zu finden. Wichtig sei aber auf jeden Fall, schon in den ersten Stunden des Brandes aus der Luft reagieren zu können. Gerade bei einem Feuer, das in einem schwer zugänglichen Gebiet ausbricht, würden Löschladungen aus der Luft verhindern, dass sich die Flammen ausbreiten in der Art, wie es im Hohen Venn geschehen sei.

Dass die Politik jetzt in Aussicht stelle, mehr Mittel für den Kampf gegen Naturbrände in die Hand zu nehmen, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Lehren aus dem Brand im Hohen Venn müssten aber auch von jedem einzelnen Bürger gezogen werden. "Alle müssen sich darüber klar werden, dass man wirklich aufpassen muss, wenn es heiß und trocken ist. Noch vergangene Woche habe ich beobachtet, wie Leute glühende Zigarettenstummel aus dem Fenster geschmissen haben. Das ist unverständlich" sagt Quentin Grégoire.

Kay Wagner

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